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24/01/2017

Notstand auf der Krim nach Sprengung von Strommasten

Ukraine und EU

Notstand auf der Krim nach Sprengung von Strommasten

Nach Sabotageangriffen auf Stromleitungen sind am Sonntag für 1,6 Millionen Krim-Bewohner die Lichter ausgegangen. Foto: dpa.

Die russische Regierung hat nach Sabotageangriffen auf Stromleitungenden den Notstand für die annektierte Krim ausgerufen.

Die Behörden der von Russland annektierten ukrainischen Halbinsel riefen am Sonntag den Notstand aus, nachdem mehrere aus der Ukraine kommende Stromleitungen beschädigt wurden. Nachdem bereits am Freitag zwei Hochspannungsleitungen beschädigt worden waren, folgte am Samstag ein weiterer Anschlag, so dass am Sonntag für die 1,6 Millionen Krim-Bewohner die Lichter ausgingen.

Ein russischer Senator sprach am Sonntag von einem „Terrorakt“ und deutete an, ukrainische Nationalisten seien dafür verantwortlich. Die Krim bezieht auch nach der Annexion im vergangenen Jahr einen Großteil ihres Stroms aus der Ukraine. Trotz des Einsatzes von gasbetriebenen Generatoren hätten etwa 1,6 Millionen der rund zwei Millionen Menschen auf der Krim keinen Strom, erklärte das russische Energieministerium. Der ukrainische Energieminister Wolodimir Demtschischin sagte, vier Hochspannungsleitungen seien beschädigt worden. Auch zwei Distrikte in der ukrainischen Region Cherson seien deshalb ohne Elektrizität.

Der Präsident der annektierten Halbinsel, Sergej Aksjonow, verfügte wegen der Notlage für Montag einen arbeitsfreien Tag. Nach Angaben des Energieministeriums in Kiew kann einer der beschädigten Strommasten binnen 24 Stunden repariert werden, sofern die Arbeiter ungehinderten Zugang erhalten. Der staatliche Energieversorger Ukrenergo erklärte, er hoffe, sämtliche Hochspannungsleitungen binnen vier Tagen instandsetzen zu können.

Bereits am Freitag hatten unbekannte Angreifer die Stromleitungen zur Krim beschädigt. Eine Gruppe namens „Zivile Blockade der Krim“ hinderte Mitarbeiter des Energieversorgers später daran, den Schaden zu beheben. Die Organisation, in der die Krim-Tataren eine wichtige Rolle spielen, erklärte jedoch, sie sei weder für den Angriff am Freitag noch am Samstag verantwortlich. Im September hatten Tataren Straßensperren an den Strecken von der Ukraine auf die Krim errichtet, um auf das Schicksal der Krim-Tataren hinzuweisen.