EurActiv.de

Das führende Medium zur Europapolitik

29/09/2016

Moskau droht mit Konsequenzen auf US-Militärpräsenz in Osteuropa

Ukraine und EU

Moskau droht mit Konsequenzen auf US-Militärpräsenz in Osteuropa

4716212155_35a88ac00e_b.jpg

[Dmitry Terekhov/Flickr]

Russland droht mit massiven Konsequenzen auf die geplante Verstärkung der US-Militärpräsenz in osteuropäischen Staaten.

„Russland wird nichts anderes übrig bleiben als seine Truppen und Streitkräfte an der westlichen Flanke zu verstärken“, sagte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums, General Juri Jakubow, am Montag nach einem Bericht der russischen Nachrichtenagentur Interfax. Die geplante Aufrüstung an der Grenze sei die aggressivste Maßnahme der USA und der Nato seit Ende des Kalten Krieges.

Am Wochenende war bekannt geworden, dass die USA erwägen, schweres Militärgerät in mehrere Länder Osteuropas und des Baltikums zu verlegen. Im Ernstfall hätten US-Soldaten ihr Material vor Ort. Ziel sei es, Russland von einer Aggression in Europa abzuschrecken.

Polen und Litauen bestätigten, es gebe mit der US-Regierung Gespräche über die Lagerung schwerer Waffen in ihren Ländern. Polens Verteidigungsminister Tomasz Siemoniak erklärte in Warschau, er erwarte eine Entscheidung der USA in den kommenden Wochen.

Der Sprecher der russischen Regierung Dmitri Peskow erklärte, solange die USA nicht offiziell zu den Plänen Stellung nehmen würden, wolle er den Vorgang nicht kommentieren.

In osteuropäischen Staaten waren angesichts der Ukraine-Krise Sorgen entstanden, Russland könnte gegen die ehemaligen Sowjetrepubliken vorgehen. In der Ukraine selbst nahm die Intensität der Kämpfe nach Regierungsangaben zu.

An zentralen Stellen des Frontverlaufs zwischen Regierungstruppen und prorussischen Rebellen würden ununterbrochen Stellungen des Militärs mit Artillerie beschossen, sagte ein ukrainischer Militärsprecher. Dagegen warf der Pressedienst der Rebellen DAN den Regierungstruppen vor, Wohngebiete in der Rebellenhochburg Donetzk zu beschießen.