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28/08/2016

Juncker wirbt für “anständigen” Umgang mit Russland

Ukraine und EU

Juncker wirbt für “anständigen” Umgang mit Russland

Der EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker übt Kritik an US-Präsident Obama.

[European People's Party/Flickr]

Angesichts der zahlreichen Konflikte in der Welt hat EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker für einen “anständigen” Umgang mit Russland geworben – und kritisiert US-Präsident Barack Obama

“Man muss die Russen anständig behandeln”, sagte Juncker am Donnerstag im bayerischen Passau. Er kritisierte in dem Zusammenhang US-Präsident Barack Obama, der Russland vor einiger Zeit als “Regionalmacht” bezeichnet hatte. “So redet man nicht über Russland, Russland will auf gleicher Augenhöhe behandelt werden, und da haben die Russen auch Recht”, sagte Juncker.

Von Russland selbst forderte der EU-Kommissionschef, sich “massiv” zu bewegen. “Wie sie in Sachen Krim vorgegangen sind und in Sachen Ostukraine, das geht so nicht”, sagte er. Russland hatte die ukrainische Schwarzmeerhalbinsel im März 2014 annektiert.

Im bewaffneten Konflikt zwischen prorussischen Separatisten und der Armee in der Ostukraine wurden mehr als 8.000 Menschen getötet. Kiew und der Westen werfen Moskau vor, die Separatisten zu unterstützen, was der Kreml zurückweist.

“Die Russen sind ein stolzes Volk”, das Land habe “eine Rolle zu spielen”, sagte Juncker weiter. “Man darf sie nicht von der Bildfläche verdrängen, sonst melden sie sich, wie wir gesehen haben, sehr schnell wieder”, ergänzte er.

Seit Ende September greift Russland mit Luftangriffen auch in den syrischen Bürgerkrieg ein. Angeblich zielt der Einsatz auf die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) ab. Der Westen bezweifelt dies aber und gibt an, dass vor allem andere gegen die Regierung kämpfende Rebellen bombardiert würden.