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19/01/2017

„Europäer müssen kreativ und furchtlos sein“

Stadt der Zukunft

„Europäer müssen kreativ und furchtlos sein“

Europas Kreative sollen mehr Web-Unternehmen gründen. Die Erfolgsgeschichten der Stars aus der Branche sollen ihnen dazu Mut verleihen. © Petra Bork / PIXELIO

Europa will sein schöpferisches Potenzial besser nutzen. Erfolgreiche Gründer europäischer Web-Unternehmen sollen zu diesem Zweck junge Kreative inspirieren. International möchte die EU im Web- und Technologiebereich nicht ins Hintertreffen geraten. Sowohl Wirtschaftswachstum als auch viele Arbeitsplätze hängen daran.

Die EU-Kommission möchte den Unternehmergeist der Europäer stärken. Dazu braucht es Vorbilder, deren Erfolgsgeschichte als Ansporn dienen soll. Umso besser, wenn diese Vorbilder auch aus Europa kommen, damit der nächsten Generation potenzieller Startup-Gründer gezeigt wird, dass sich der Alte Kontinent in kreativer Weise nicht vor den USA zu verstecken braucht. Auch soll eine Abwanderung von kreativem Potenzial aus Europa entgegengewirkt werden. 
 
"Europäer müssen kreativ und furchtlos sein. Darum sind Dutzende der interessantesten Web- und Technologieunternehmen in der EU entstanden, und ich will, dass die Welt davon erfährt", so Neelie Kroes, Vizepräsidentin der EU-Kommission. "Ich möchte, dass junge Unternehmer Vorbilder finden und ihre Ideen in einem echten digitalen Binnenmarkt entwickeln können."
  
Web-Unternehmer sind mittlerweile zu einer Macht in Wirtschaft und Gesellschaft geworden. Weltweit würden die meisten neuen Arbeitsplätze durch Startups geschaffen, und Europa möchte daran einen größeren Anteil haben. Der Wille dazu scheint vorhanden: Laut Angaben der Kommission wäre fast jeder zweite Europäer gerne sein eigener Chef, wenn er die Möglichkeit dazu hätte.   

Erste Phase: Inspiration

Einige der renommiertesten Galionsfiguren der europäischen Web- und Technologiebranche sollen nun die Kommission dabei unterstützen, eine gemeinsame Plattform zu errichten. Erfolgreiche Startup-Unternehmer können dort ihre Geschichte erzählen, alle Hochs und Tiefs mit eingeschlossen. Möglichst viele junge Europäer sollen so dazu zu inspiriert werden, eigene Web-Projekte an den Start zu bringen. Zu den Beratern der Kommission gehören unter anderem die Gründer von Skype, Spotify, Tuenti und Angry Birds. Dazu Neelie Kroes: "Diese Leute haben nicht nur über ihre Pläne geredet, sie haben sie auch verwirklicht. Darum sollten junge Leute und Führungskräfte auf sie hören." 

6-Punkte-Plan zum Ziel 

Diese sogenannte "Startup Europe Leaders Club"-Initiative ist die erste Phase des 6-Punkte Plans "Startup Europe", mit dem die Kommission ein besseres lokales "Ökosystem" für junge Unternehmer schaffen und deren Expansion auf die globale Ebene unterstützen möchte. Die Vernetzung untereinander und der Wissensaustausch sind dabei besonders wichtig. 

Weitere Schritte sollen folgen. Neben der Vermittlung von Fachwissen und der Organisation von Mentorenprogrammen wird es auch verstärkt um Fragen der Finanzierung gehen. Wagniskapitalgeber sollen besser für die Möglichkeiten in der Web-Branche sensibilisiert und Crowdfounding-Netze geschaffen werden. Auch die Öffentlichkeit wäre so in die Finanzierung mit eingebunden

Mehr Informatikstudenten

Die EU beklagt, dass insgesamt zu wenig Menschen in Europa IKT-Fächer (Informations- und Kommunikationstechnologien) studieren, obwohl sowohl der Umsatz als auch die Bedeutung von Web-Unternehmen immer mehr zugenommen haben. In den USA würden Startups alleine im ersten Jahr ihres Bestehens mehr als drei Millionen Arbeitsplätze schaffen. In Europa hingegen gebe es immer mehr Arbeitslose. 

ak

Links   

EU-Kommission: EU rückt europäische Unternehmer ins Rampenlicht (21.März 2013

Europäische Kommission: Website Startup Europe