Moldawien: „Wir sollten zum obligatorischen Russischunterricht zurückkehren“

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Der moldawische Präsident Igor Dodon (links) bei seinem Treffen mit Wladimir Putin, 2017. [The Kremlin]

In einem weiteren Annäherungsversuch an Moskau will der moldawische Präsident Igor Dodon Russisch wieder zum Pflichtfach an den Schulen machen. EURACTIV Rumänien berichtet.

Moldawiens Staatsobehaupt Igor Dodon verkündete am gestrigen Montag im russischen Fernsehen, dass die Sprache Tschaikowskis und Dostojewskis wieder verpflichtend an moldawischen Schulen unterrichtet werden sollte.

„Ich denke wir sollten zum obligatorischen Russischunterricht an den Schulen zurückkehren“, betonte er im Gespräch mit Russia 24. „Über die letzten zwei, drei Jahre hinweg war die Sprache ein Wahlfach. Wir müssen den Lehrplan ändern.“

Mehr als 90 Prozent aller moldawischen Staatsbürger sprechen ihm zufolge bereits Russisch. „Russischkenntnisse sind für die Moldawier von Vorteil. Sie sind etwas, das wir unseren anderen Nachbarn voraushaben“, so Dodon.

2013 entschieden sich 60 Prozent aller moldawischen Schüler für Englisch als ihre erste Fremdsprache. Auch Französisch und Deutsch wurden unterrichtet. Ebenfalls zu einem gewissen Grad verbreitet sind Ukrainisch, Gagausisch und Bulgarisch.

Laut der moldawischen Unabhängigkeitserklärung von 1991 ist Rumänisch offizielle Amtssprache des Landes. Die Verfassung von 1994 legte jedoch Moldawisch als solche fest. Ein Gericht urteilte kürzlich, dass die Unabhängigkeitserklärung der Verfassung gegenüber Vorrang habe.

Als Dodon Ende letzten Jahres das Präsidentenamt übernahm, befürchteten viele Menschen im Westen, dass dies eine Abkehr von Brüssel und eine Annäherung an Moskau bedeuten würde. Seitdem stellte er bereits eine erhöhte Nato-Präsenz infrage und schlug vor, das Assoziierungsabkommen zwischen der EU und Kischinau aufzukündigen.

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