Mehr Beschäftigung in Europa

Der Arbeitsmarkt in Deutschland verzeichnet ein Rekordhoch.

Nie zuvor waren in Europa mehr Menschen erwerbstätig (232 Millionen). [PROCarsten aus Bonn/Flickr]

In der Europäischen Union sind mehr Menschen berufstätig als je zuvor. Nach Angaben der EU-Kommission gehen 232 Millionen der 508 Millionen EU-Bürger derzeit arbeiten.

Dem Jahresbericht zufolge bleibt aber die Jugendarbeitslosigkeit weiter hoch. Fast ein Viertel
der EU-Bürger ist zudem dem Risiko der Armut und der sozialen Ausgrenzung ausgesetzt.

Im vergangen Jahr seien drei Millionen neue Arbeitsplätze entstanden, meistens feste Stellen, heißt es in dem Bericht. Entsprechend habe sich die Zahl der EU-Bürger verringert, die Armut oder soziale Ausgrenzung fürchten müssen. Mit 23,7 Prozent ist immer noch fast ein Viertel der Bevölkerung in den 28 Mitgliedstaaten betroffen, es handele sich aber um den niedrigsten Wert seit fünf Jahren. Einer von acht Arbeitnehmern verdient demnach so wenig, dass
er von Armut bedroht ist.

Jugendarbeitslosigkeit: MEPs fordern mehr Geld für Beschäftigungsinitiative

Die enttäuschenden Ergebnisse der Jugendgarantie, eigentlich Vorzeigeprogramm der EU, ernten vielerorts scharfe Kritik. Um Jugendarbeitslosigkeit effektiv zu bekämpfen, soll Brüssel nun mehr Mittel und Zeit in das Projekt investieren. EURACTIV Brüssel berichtet.

Allein 8,6 Prozent der EU-Bürger – also rund 20 Millionen Menschen – sind arbeitslos. Der Bericht weist darauf hin, dass viele Menschen in der Zeit nach der Wirtschaftskrise nur schwer wieder eine Stelle gefunden hätten. Auch Jugendliche bleiben nach wie vor stark betroffen, die Arbeitslosenquote liegt hier immer noch über 20 Prozent. Dennoch verzeichnete die Analyse einen deutlichen Rückgang. Seit 2013 haben demnach 1,6 Millionen Jugendliche eine
Stelle gefunden.

Im vergangenen Jahr und in den ersten neun Monaten 2016 wurden nach Angaben der Kommission 2,2 Millionen Asylanträge in den Mitgliedstaaten der EU gestellt. Wegen geringer Bildung und ungenügender Sprachkenntnisse hätten es Flüchtlinge allerdings schwer, sich in die europäischen Arbeitsmärkte zu integrieren.

Positionen

Marianne Thyssen, EU-Kommissarin für Beschäftigung, Soziales, Qualifikationen und Arbeitskräftemobilität: „Dieser Jahresbericht zeigt, dass unsere Bemühungen der letzten Jahre Früchte tragen. Unsere Volkswirtschaften schaffen weiterhin Arbeitsplätze und die real verfügbaren Haushaltseinkommen sind gestiegen. Dennoch sind viele Menschen, die arbeiten, noch immer arm; hieran zeigt sich, dass es nicht nur darum geht, Arbeitsplätze zu schaffen, sondern dass es sich um hochwertige Arbeitsplätze handeln muss. Außerdem verändern sich Gesellschaften und Arbeitsmärkte durch neue Technologien und neue Formen der Arbeit. Diese bringen neue Chancen, jedoch auch neue Herausforderungen mit sich; wir müssen daher sicherstellen, dass niemand zurückgelassen wird. Mit der europäischen Säule der sozialen Rechte und neuen Initiativen im Rahmen unserer Agenda für neue Kompetenzen wollen wir uns diesen Herausforderungen stellen.“

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