Gewerkschaftlicher Aktionstag in Frankreich

Sozialproteste in Frankreich. [shutterstock]

In Frankreich haben Gewerkschaften und Verbände für Donnerstag erneut zu landesweiten Protesten gegen die Regierungspolitik von Präsident Emmanuel Macron aufgerufen.

Es handelt sich um den vierten Aktionstag seit Macrons Amtsantritt vor gut sechs Monaten. Dem Aufruf des linken Gewerkschaftsverbands CGT haben sich diesmal auch die gemäßigte Gewerkschaft FO und mehrere Jugend- und Studentenverbände angeschlossen.

Die Organisatoren werfen Macron neoliberale Reformen und eine Politik zugunsten der Reichen vor. Die größte französische Gewerkschaft CFDT trägt die Proteste nicht mit, sie setzt auf Verhandlungen mit der Regierung. Zuletzt war die Beteiligung an den Demonstrationen deutlich abgeflaut.

Frankreich will reformieren und investieren

Frankreich plant in den kommenden Jahren Milliarden-Investitionen. Zudem will Macron heute seine Euro-Reformpläne vorstellen.

Auslöser des gewerkschaftlichen Widerstands gegen die Regierung war die Arbeitsmarktreform, das Herzstück von Macrons politischer Agenda. Ähnlich der rot-grünen Reformen Anfang des Jahrtausends, wurde der Arbeitsmarkt liberalisiert. Beispielsweise wurde der Kündigungsschutz erheblich gelockert. Auch wurden Arbeitgeber zu Lasten der Arbeitnehmer finanziell entlastet.

Verärgert waren die Gewerkschaften auch, weil sie kaum in die Konzeption der Reformen einbezogen waren, die von der Regierung im Schweinsgalopp durchgepeitscht wurden.