EU-Bevölkerung wächst aufgrund von Migration

Die EU-Bevölkerung ist im vergangenen Jahr gewachsen, obwohl die Geburten- und Todeszahlen gleich geblieben sind. Grund dafür ist laut Bericht der EU-Statistikagentur Eurostat die gestiegene Migration.

In der Zeit vom 1. Januar 2016 bis zum 1. Januar 2017 hat sich die EU-Bevölkerung von 510,3 Millionen auf 511,8 Millionen vergrößert.

Dabei seien im Laufe des Jahres in der EU ebenso viele Geburten wie Sterbefälle registriert (jeweils etwa 5,1 Millionen) worden, so Eurostat. Der Wachstum um 1,5 Millionen Menschen ist somit auf die erhöhte Einwanderer-Zahl zurückzuführen.

Schätzungen zur Bevölkerungsentwicklung 2016 nach einzelnen Staaten.

Nach Angaben des Hohen Flüchtlingskommissars der Vereinten Nationen kamen im Jahr 2016 insgesamt 362.376 Migranten über das Mittelmeer nach Europa – ein Rückgang von 64 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Auch in 2015 war die EU-Bevölkerung bereits gewachsen, obwohl das erste Mal ein negatives Verhältnis zwischen Geburtenraten und Todesfällen aufgezeichnet wurde. Der Grund für den Anstieg war ebenfalls Migration.

In einem Interview mit der italienischen Zeitung Il Messaggero hatte EU-Parlamentspräsident Antonio Tajani letzte Woche gewarnt, die EU unterschätze die Ausmaße der Flüchtlingskrise. „Millionen Afrikaner” kämen in den nächsten Jahren nach Europa, wenn keine Maßnahmen ergriffen würden.

Studie: Verdopplung der afrikanischen Bevölkerung bis 2050

Die afrikanische Bevölkerung wird sich laut einem aktuellen Bericht bis 2050 verdoppeln – ein Trend, der ernsthafte Fragen über die Nachhaltigkeit auf dem ärmsten Kontinent aufwirft. EURACTIV Brüssel berichtet.

Insgesamt erhöhten sich die Bevölkerungszahlen in 18 EU-Staaten. In Estland, Italien, Griechenland, Portugal, Ungarn, Rumänien, Bulgarien, Kroatien, Lettland und Litauen fielen sie. Deutschland bleibt mit 82,2 Millionen Einwohnern weiterhin das bevölkerungsreichste EU-Mitgliedsland. Die Zahl der Menschen in Deutschland stieg um 0,76 Prozent. Auch in Schweden und Großbritannien stiegen die Einwohnerzahlen deutlich.

Die meisten Geburten in  Bezug auf die Einwohnerzahlen gab es in Irland; Italien ist hier das Schlusslicht. Die insgesamt größten Bevölkerungsrückgänge gab es in Kroatien, Lettland und Litauen.