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30/08/2016

Deutschland bleibt mit Geburtenrate EU-Schlusslicht

Soziales Europa

Deutschland bleibt mit Geburtenrate EU-Schlusslicht

Nach Angaben des EU-Statistikamtes Eurostat kamen im vergangenen Jahr in Deutschland 7,9 Geburten auf 1.000 Einwohner. Damit ist Deutschland Schlusslicht in der EU. Foto: dpa

Beim Kinderkriegen fällt Deutschland im europäischen Vergleich immer weiter zurück. 2009 ist die Geburtenrate sogar doppelt so stark gesunken wie im Schnitt der EU, teilte das europäische Statistikamt Eurostat mit. Die Bevölkerung in der EU ist auf mehr als 500 Millionen Menschen gewachsen. Der Grund: die anhaltende Zuwanderung aus Ländern wie der Türkei und Marokko.

Auf 1.000 Einwohner kamen bundesweit im vergangenen Jahr 7,9 Geburten – im Vorjahr waren es noch 8,3. EU-weit sank die durchschnittliche Zahl der Neugeborenen dagegen deutlich geringer von 10,9 auf 10,7. Seit Jahren ist die Bundesrepublik Schlusslicht der 27 EU-Mitgliedstaaten.

Insgesamt erblickten 2009 rund 5,4 Millionen Kinder in der EU das Licht der Welt. Die höchsten Geburtenziffern haben Irland (16,8 Kinder auf 1.000 Einwohner), Großbritannien und Frankreich. Auf den letzten Plätzen liegen Österreich, Portugal und mit klarem Abstand Deutschland.

501,1 Millionen Einwohner

Dank der Zuwanderung wächst die Bevölkerung der EU. Am 1. Januar dieses Jahres schätzten die Statistiker die Einwohnerzahl auf 501,1 Millionen Menschen – das waren 1,4 Millionen mehr als ein Jahr zuvor.

Die Sterberate blieb EU-weit mit 9,7 Sterbefällen auf 1.000 Einwohner stabil. In Deutschland zählte das Statistikamt 81,8 Millionen Einwohner, das sind rund 200.000 weniger als ein Jahr zuvor.

Mit rund 900.000 Einwanderern ist die Migration der Hauptmotor für das Bevölkerungswachstum in der EU, wie die Statistikbehörde mitteilte. Rund ein Drittel des Anstiegs ist auf Geburten zurückzuführen.

Wachsende Bedeutung der Zuwanderung

Die Zahlen belegen die wachsende Bedeutung der Zuwanderung für die 27 EU-Mitgliedsstaaten, deren eigene Bevölkerung immer länger lebt. Bis 2030 wird voraussichtlich jeder vierte EU-Bürger älter als 65 Jahre sein.

Die meisten Zuwanderer nahm im vergangenen Jahr Italien mit 318.000 Migranten auf. An zweiter Stelle rangiert Großbritannien mit 182.000 Einwanderern. Insgesamt nahm die Zuwanderungsrate im vergangenen Jahr im Vergleich zu 2008 deutlich ab.

dpa / rtr / dto

Links

Eurostat: EU27 Bevölkerung von 501 Millionen am 1. Januar 2010 (27. Juli 2010)