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26/09/2016

17-jähriger attackiert Bahngäste mit Axt – 4 Schwerverletzte

Sicherheit

17-jähriger attackiert Bahngäste mit Axt – 4 Schwerverletzte

Nahe Würzburg hatte ein Mann in einem Regionalzug Reisende mit einer Axt und einem Messer angegriffen.

Foto: Screenshot/Twitter

Ein 17-jähriger Flüchtling aus Afghanistan hat am Montagabend in einem Regionalzug in Bayern mit einem Messer und einer Axt andere Fahrgäste attackiert und mehrere schwer verletzt.

Später sei er von Polizisten erschossen worden, nachdem er auch diese angegriffen habe, sagte Bayerns Innenminister Joachim Herrmann in der ARD. Die Hintergründe müssten noch ermittelt werden. „Es gibt schon Zeugenaussagen, die auf einen islamistischen Hintergrund deuten könnten. Das ist aber noch keineswegs erwiesen“, ergänzte Herrmann im ZDF.

Nach Angaben eines Polizeisprechers wurden bei dem Angriff vier Personen schwer verletzt und eine weitere leicht verletzt. Weitere Personen wurden wegen Schocksymptomen behandelt. „Es ist nicht auszuschließen, dass einige der Schwerletzten wirklich sich in Lebensgefahr befinden“, sagte Herrmann. Er sprach von einem plötzlichen Angriff auf die Passagiere in einem Zug zwischen Ochsenfurt und Heidingsfeld. Der Täter habe in einer Pflegefamilie in Ochsenfurt gelebt. „Es handelt sich bei dem Täter um einen 17-jährigen Afghanen, der als sogenannter unbegleiteter Minderjähriger seit ein paar Monaten im Landkreis Würzburg sich aufgehalten hat“, sagte der Minister.

Nach dem Angriff auf die Passagiere sei der Zug im Würzburger Vorort Heidingsfeld gestoppt worden. „Der Täter hat dort den Zug verlassen und ist dann durch den Ort unterwegs gewesen“, sagte Herrmann. Dort sei er dann auf Polizeibeamte losgegangen, die ihn erschossen hätten. Die Zugstrecke von Ochsenfurt nach Würzburg wurde nach Angaben der Deutschen Bahn gesperrt.

In einer ersten Reaktion äußerte sich der Vorsitzende der Eisenbahngewerkschaft (EVG), Alexander Kirchner, bestürzt über den Angriff auf die Fahrgäste und forderte eine Überprüfung der Sicherheitskonzepte. „Wir können nach dieser Tat nicht einfach zur Tagesordnung übergehen“, erklärte Kirchner.