Spanisches Landwirtschaftsministerium warnt: Das Bienensterben geht weiter

Bienen leisten einen wesentlichen Beitrag zur Lebensmittelproduktion auf der ganzen Welt. [Olga Kok/Shutterstock]

Die spanische Honigproduktion ist vergangenes Jahr um gut vier Prozent gesunken, warnt das spanische Landwirtschaftsministerium. Das Bienensterben sei eine ernste Gefahr für die globalen Lebensmittelketten. Ein Bericht von EURACTIVs Partner EFEagro.

Laut Zahlen des Ministeriums für Landwirtschaft, Fischerei, Lebensmittel und Umwelt ist die Honigproduktion in Spanien zum ersten Mal seit 2012 gesunken. Letztes Jahr wurden im Land 32.076 Tonnen Honig hergestellt – 7,35 Prozent weniger als vier Jahre zuvor.

Mehr Imker in Spanien

Dennoch ist die Zahl der Imker weiter gestiegen und hat die Marke von 30.000 überschritten. Nach einem Anstieg von 12,07 Prozent gab es Ende 2016 insgesamt 30.920 Imker. Das liegt vor allem an privaten, nicht-professionellen Bienenstöcken: Vergangenes Jahr wurden 23.540 neue Stöcke angemeldet, ein Anstieg von 12,36 Prozent, während die Zahl der professionellen Bienenstöcke seit einem Jahrzehnt konstant bei ungefähr 5000 liegt.

Leak: EU will Pestizide zum Schutz von Bienen verbieten

Laut einem vertraulichen Dokument, das dem Guardian vorliegt, will die Europäische Kommission zum Schutz gegen die „akute“ Bedrohung von Bienen ein Verbot von drei Pestiziden vorschlagen.

Insgesamt gibt es in Spanien 2,45 Millionen Bienenstöcke. Damit ist es das Land mit den meisten Bienen in Europa, gefolgt von Frankreich und Griechenland mit 1,63 und 1,58 Millionen Stöcken. Im Jahr 2016 aß der durchschnittliche Spanier 0,7 Kilogramm Honig.

Bienensterben

Bienen sind in den meisten Ökosystemen die Haupt-Bestäuber von Pflanzen und spielen daher eine wesentliche, wenn auch oft vernachlässigte, Rolle in der Nahrungsmittelkette des Menschen. Aufgrund von Lebensraumverlust, Klimawandel, invasiven Arten und dem Gebrauch von Pflanzenschutzmitteln fällt die Anzahl an Bienen jedoch seit Jahren dramatisch.

Laut Europäischer Kommission sind 9,2 Prozent aller Bienen in Europa vom Aussterben bedroht. In einem Bericht von April 2017 nennt die Kommission als Hauptgründe des Bienensterbens „Lebensraumverlust als Ergebnis von intensivierter Landwirtschaft (zum Beispiel den vermehrten Einsatz von Pestiziden und Düngemitteln), städtische Entwicklung, häufiger auftretende Feuer und Klimawandel.“

Studie: Industrielle Landwirtschaft bringt Bienen den Tod

Bienen sind durch Pestizide aus der industriellen Landwirtschaft zunehmend bedroht. Landwirtschaftsminister Schmidt ignoriere die Gefahr, kritisiert Greenpeace.

Eine Gefahr für die globalen Lebensmittelketten

Im Jahr 2016 beauftragten die Vereinten Nationen den Weltbiodiversitätsrat (die Intergovernmental Science-Policy Platform on Biodiveristy and Ecosystem Services, IPBES) mit dem Verfassen eines Berichts über den Einfluss von Bienen auf die Lebensmittelversorgung.

Die Studie fand heraus, dass das Bestäuben von Pflanzen durch Bienen für fünf bis acht Prozent der globalen Nahrungsmittelproduktion unerlässlich ist. Darunter fallen „viele Früchte, Gemüsesorten, Samen, Nüsse und Ölpflanzen, die einen Großteil der für die menschliche Ernährung essentiellen Mikronährstoffe, Vitamine und Mineralstoffe liefern.“