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27/09/2016

Plagiate italienischer Produkte „kann nicht länger toleriert werden“

Landwirtschaft und Ernährung

Plagiate italienischer Produkte „kann nicht länger toleriert werden“

Die "italienisch klingenden Produkte“ kosten Italien jährlich viele Milliarden

Foto: EPA/BAS CZERWINSKI +++(c) dpa

Der italienische Parlamentarier Nicola Danti (S&D) hat die Europäische Kommission aufgefordert, gegen „italienisch klingende Produkte“ hart vorzugehen. Diese stellen eine ernsthafte Bedrohung für die italienische Lebensmittelindustrie dar. EurActiv Italien berichtet.

MdEP Nicola Danti (S&D) präsentierte einen Vorschlag für einen neuen Rechtsrahmen, der die Anwendung der EU-Vorschriften konsequent in allen Ländern sicherstellen und unlautere Geschäfts- und Handelspraktiken unterbinden soll.

„Das italienisch klingende Phänomen, das wirtschaftliche Auswirkungen von rund 70 Milliarden Euro pro Jahr hat, kann nicht länger hingenommen werden“, fügte Danti hinzu.

Das Thema passt zum aktuellen, so genannten „Made in Italy“ Rechtsstreit, den der italienische Süßwarenriese Ferrero gegen die belgische Supermarktkette Delhaize führt. Ferrero behauptet, dass seine Marke „Nutella“ durch die von Delhaize verkaufte Eigenmarke „Choco“ beschädigt wird. Zudem diskreditiere die Marketingkampagne für den belgischen Brotaufstrich die Marke „Nutella“.

Das Brüsseler Handelsgericht lehnt Vorwürfe Ferreros mit dem Argument ab, dass die Verwendung des Begriffs „choco“ nicht gesetzlich geregelt ist und lediglich dazu dient, den Geschmack des Produkts zu bezeichnen, auch wenn es keine Schokolade enthält. Ferrero hatte Geldstrafen für jede Verletzung von Delhaize gefordert.

Dieser Rechtsstreit erinnert an einen weiteren aktuellen Fall, bei dem der belgische Produzent landwirtschaftlicher Erzeugnisse LAVA von den Abgeordneten Paolo De Castro und Mara Bizzotto beschuldigt wurde, italienischen Landwirten und Züchtern durch den Anbau von San Marzano Tomaten ernsthaft zu schaden.

Die Europäische Kommission hatte klargestellt, dass die Sorte San Marzano auch „außerhalb des geografischen Gebietes angebaut werden darf und kein ausschließliches Recht der italienischen Produzenten ist“.

Der so genannte „italienisch klingende Begriff“ ist ein Ausdruck, der für die Beschreibung von Produkten geprägt worden ist, die den guten Ruf und die damit verbundene Qualität von etablierten Marken oder Waren wie Parmesan oder Parmaschinken durch einen irreführenden Namen oder eine ähnlichen Verpackung zu missbrauchen versuchen.