30 Jahre Erasmus: mehr als ein Urlaubstrip für Studenten

Tibor Navracsics [European Commission]

Erasmus feiert 30. Geburtstag. Bildungskommissar Tibor Navracsics stellt im Gespräch mit EFE fest, das Austauschprogramm erhöhe die Chancen für junge Leute, in den Arbeitsmarkt einzusteigen, und nannte es „eine der größten Errungenschaften der EU.”

Studienabgänger mit Erasmus-Erfahrung seien doppelt so erfolgreich bei der Jobsuche wie ehemalige Studenten, die nicht am Austausch teilgenommen haben, so der ungarische Kommissar. Die EU feiert das 30-jährige Jubiläum mit einer Mobil-App, die das „Erlebnis Erasmus+“ verbessern und das Programm „leichter zugänglich und inklusiver“ machen soll.

Für Navracsics ist Erasmus „eine der größten Errungenschaften der EU bisher”. Bis heute konnte insgesamt neun Millionen Menschen die Möglichkeit gegeben werden, im Ausland zu studieren, Arbeitserfahrung zu sammeln, Freiwilligenarbeit zu verrichten und Ausbildungen zu durchlaufen. „Erasmus hat eine Generation von jungen Leuten geschaffen, die sich nicht nur mit ihrer Stadt oder ihrem Land identifizieren, sondern mit Europa. Das ist sehr wichtig, denn diese Generation wird eine Schlüsselrolle darin spielen, ein offenes und widerstandsfähiges Europa der Zukunft zu bauen“, sagte der Kommissar.

Auf die Frage, wie der Brexit das Programm verändern könnte – Großbritannien ist eins der beliebtesten Ziele für Erasmus-Teilnehmer – betonte Navracsics, im Moment ändere sich nichts. Die Zukunft hänge aber vom Verlauf der Brexit-Verhandlungen ab.

EU: Erasmus-Programm kann Zusammenhalt Europas stärken

Seit 30 Jahre lernen europäische Studenten mit dem Austausch-Programm „Erasmus“ andere Länder kennen. Das hat viel für Europa getan, doch das Projekt braucht noch mehr Mittel, fordert EU-Bildungskomissar Tibor Navracsics.

Ein Symbol für Mobilität – und für Europa

Navracsics sagte auch, Erasmus+ sei ein „Symbol für Mobilität und für Europa” geworden, es müsse aber noch besser beworben und erklärt werden. Wichtig sei, zu zeigen, dass das Programm über die Universität hinausgeht: „Erasmus fördert Stipendiaten, Freiwilligenarbeit, Lehrer, Schüler, Sportler.“

Dem Kommissar war es auch wichtig, der weitläufigen Meinung entgegenzutreten, Erasmus sei nicht mehr, als ein mehrmonatiger Urlaubstrip für Studenten. Vielmehr bereite es junge Menschen auf ein Engagement in sozialen und politischen Tätigkeiten vor, und erhöhe darüber hinaus ihre Chancen beim Eintritt in den Jobmarkt.

Die am 13. Juni gestartete App soll Erasmus leichter zugänglich und inklusiver machen. Sie ermöglicht es den Teilnehmern, verwaltungstechnische Schritte vor, während und nach ihrem Auslandsaufenthalt im Blick zu behalten und Verträge zu unterzeichnen. Außerdem soll die App es den Studenten erleichtern, sich in der neuen Umgebung zurecht zu finden und sich leichter zu integrieren. Sie werde regelmäßig aktualisiert, um den Teilnehmern „das bestmögliche Erasmus-Erlebnis“ zu bieten, versprach Navracsics.