Umfrage unter Millenials: Roboter werden mehr Jobs schaffen, als zerstören

Weltwirtschaftsforum 2016 in Davos: Roboter HUBO

Der menschähnliche Roboter HUBO hebt am Eröffnungstag des Jahrestreffens des Weltwirtschaftsforums 2016 ein Brett. Davos, Schweiz, am 19. Januar 2016. [World Economic Forum/swiss-image.ch]

Junge Menschen sind optimistisch, was den zukünftigen Einfluss von Robotern und künstlicher Intelligenz auf die Arbeitswelt angeht. Laut einer weltweiten Umfrage glaubt die große Mehrheit, dass mehr Jobs geschaffen als zerstört werden.

Trotz wiederkehrender Berichte und Warnungen, dass die Einführung von Robotern und künstlicher Intelligenz (KI) am Arbeitsplatz – vom Kundenservice bis zu Bankgeschäften – Jobs kosten könnte, haben die „Millenials“ keine Angst vor der Zukunft.

Laut einer globalen Umfrage des Weltwirtschaftsforums glaubt eine große Mehrheit (79 Prozent) der 18- bis 35-Jährigen, dass neue Technologien mehr Arbeitsplätze schaffen werden, als sie zerstören. Allerdings gab auch fast die Hälfte der Befragten (46 Prozent) an, dass es für Menschen ohne technisch-digitale Bildung und Fähigkeiten schwieriger werden wird, Arbeit zu finden.

Für die jährliche Global Shapers Umfrage, die gestern präsentiert wurde, waren mehr als 31.000 Menschen aus 186 Ländern befragt worden.

VDMA: Roboter sind keine Bedrohung, sondern eine Lösung

Die Digitalisierung der Industrie habe zwar oberste Priorität, doch sollte sich Europa keine Sorgen über einen Beschäftigungsrückgang durch Automatisierung machen, meint VDMA-Chef Thilo Brodtman im Interview mit EURACTIV Brüssel.

Nach Angaben der Europäischen Kommission haben zwei Fünftel der EU-Arbeiter keine oder nur begrenzte digitale Skills. Trotz weiterhin hoher Arbeitslosigkeit könnten daher in der europäischen IT-Branche im Jahr 2020 bis zu 756.000 Stellen möglicherweise nicht besetzt werden.

Der Optimismus der Generation, die die Auswirkungen der sogenannten vierten industriellen Revolution am meisten spüren wird, steht in starkem Kontrast zu Berichten und Meinungspapieren von Experten und Organisationen wie dem Internationalen Währungsfonds, der Universität Oxford und dem Weltwirtschaftsforum selbst. Laut Umfrage erwarten die jungen Menschen, dass die Gesundheits-, Bildungs- und Grundstoffindustrien am meisten von neuen technologischen Entwicklungen profitieren werden.

Dieser Optimismus bedeutet jedoch nicht, dass die Millenials Roboter ausschließlich positiv bewerten: Etwas mehr als die Hälfte (51 Prozent) möchte gewisse Entscheidungen nicht einer Maschine überlassen. Fast genau so viele wollen keine Sonderrechte für menschenähnliche Roboter.

Insgesamt nannten die Befragten Roboter und KI als wichtigsten und größten Technologie-Trend (45 Prozent), gefolgt vom Internet der Dinge (23 Prozent) und maschinellem Lernen (13 Prozent).

EU plant erstmals Regeln für Roboter

Am Donnerstag entscheidet der Rechtsausschuss des Europäischen Parlaments über einen Resolutionsentwurf, der den Einsatz ziviler Roboter reglementieren soll. Der Text könnte die Grundlage für die ersten europäischen Robotergesetze werden.

Korruption als globales Problem

Die Millennials wurden auch zu ihrer Meinung in anderen Feldern wie Business, Politik, Wirtschaft und Karriere befragt. Als großes Problem wurde in allen Regionen der Welt die Korruption angegeben.

Auf die Frage, welches Problem in ihrem Land am dringendsten gelöst werden müsste, nannten 57 Prozent Korruption. 58 Prozent sagten darüber hinaus, Korruption sei der Hauptgrund für Ungleichheit in ihrem Land. Ebenfalls 58 Prozent nannten Machtmissbrauch und Korruption als den Punkt, der sie an ihrer Regierung am meisten frustriert.

Auf globaler Ebene wurde wie im Vorjahr der Klimawandel als dringendstes Problem genannt (45 Prozent), gefolgt von bewaffneten (38 Prozent) und religiösen Konflikten (34 Prozent).

Die USA bleiben das Land, in dem die meisten Millenials eine Karriere verwirklichen wollen, gefolgt von Kanada. In Europa werden Großbritannien (10 Prozent der Befragten) und Deutschland (8 Prozent) als attraktivste Jobmärkte angesehen.

Davos-Bericht: "Das kapitalistische Wirtschaftsmodell funktioniert nicht mehr"

Die Demokratie steckt in einer „tiefen Krise“, warnt eine Studie. Technologische Umbrüche verschärfen die Ungleichheiten weiter, darum müsse man sich auf „inklusives“ Wachstum konzentrieren. EURACTIV Brüssel berichtet.