EurActiv.de

Das führende Medium zur Europapolitik

31/08/2016

Star Wars: Luxemburg will sich Weltraumressourcen sichern

Innovation

Star Wars: Luxemburg will sich Weltraumressourcen sichern

Um sich eine Vorreiterposition in der Weltraumindustrie zu sichern, will Luxemburg einen Rechtsrahmen für die Eigentumsverhältnisse abgebauter Mineralien schaffen.

[David Santaolalla/Flickr]

Luxemburg will offiziell “europäischer Bezugspunkt” für Abbau und Verwertung außerplanetarischer Ressourcen wie Asteroidmineralien werden. EurActiv-Kooperationspartner EFE berichtet.

Diese Woche verkündete die luxemburgische Regierung, sie werde einen rechtlichen und regulatorischen Rahmen entwerfen, um das künftige Eigentumsrecht von Mineralien zu klären, die im Weltall auf erdnahen Objekten wie Asteroiden abgebaut werden. “Unser Ziel ist es, das Potenzial der bisher unerforschter Mineralienvorkommen im Weltall zu erschließen, ohne dabei natürliche Lebensräume zu zerstören”, erklärt der Vizepremierminiser und Wirtschaftsminister des Landes, Etienne Schneider.

Die luxemburgische Regierung gibt an, das erste europäische Land zu sein, dass es sich offiziell auf die Fahne geschrieben habe, Gesetze zur Regulierung privater Weltrauminitiativen zu erlassen. So wollen sie klarstellen, welche Rechte ihnen künftig bei der Förderung von Ressourcen wie beispielsweise seltenen Mineralien zustehen. Ihnen zufolge werde die geplante Gesetzgebung das Völkerrecht in vollem Umfang berücksichtigen. Außerdem seien sie gewillt, mit anderen Ländern an einem multilateralen Abkommen zu arbeiten. Luxemburg ist sich sicher, dass es so “eine spannende und brandneue Weltraumindustrie” fördern wird, die “einen nie dagewesenen Zugang zu Mineralienvorkommen” schafft, “das Wirtschaftswachstum auf der Erde ankurbelt und neue Horizonte der Weltraumerkundung eröffnet”.

Das Budget von SpaceResources.lu stammt aus dem nationalen Haushalt des Landes. Diese Tatsache wird man im Dezember 2016 berücksichtigen, wenn man über Luxemburgs Beitrag zum Budget der Europäischen Weltraumorganisation entscheidet. Laut Schneider wolle Luxemburg vor allem kurzfristig Vorfeldforschung durchführen, bevor es zu tatsächlichen Weltraumeinsätzen übergehe. Jean-Jacques Dordain, ehemaliger Vorsitzender der Europäischen Weltraumorganisation und derzeit luxemburgischer Regierungsberater, versichert, dass das Projekt – auch wenn es futuristisch erscheinen mag – aus technischer Sicht auf soliden Grundlagen beruht.