Gas-Verhandlungen zwischen Russland und der Türkei stocken

Die Gas-Verhandlungen zwischen Russland und der Türkei stecken nach russischen Medienberichten fest und gefährden den geplanten Bau der Pipeline Turkish Stream durch die Türkei.

Wie die Zeitung „Kommersant“ am Mittwoch unter Berufung auf türkische Branchenkreise berichtete, konnten der russische Energieriese Gazprom und der türkische Botas-Konzern keine Einigung über eine konkrete Umsetzung eines von russischer Seite im Februar zugesagten Preisnachlasses in Höhe von zehn Prozent erzielen. Russlands Präsident Wladimir Putin telefonierte laut Kreml am Dienstag mit seinem türkischen Kollegen Recep Tayyip Erdogan wegen der Pipeline.

Moskau hatte im Dezember das Pipeline-Projekt South Stream aufgegeben, über das russisches Gas via Bulgarien in die EU unter Umgehung der Ukraine kommen sollte. Mit Turkish Stream verfolgt Moskau dasselbe Ziel weiter und will die Türkei zudem zu einem wichtigen Transitland für russische Gasexporte machen.

Wie die EU ist auch die Türkei bei Erdgasimporten stark von Moskau abhängig und bezieht mehr als die Hälfte des Rohstoffs aus Russland. Russisches Gas steht dabei in der Türkei in Konkurrenz zu Gas aus Aserbaidschan. Am Dienstag begann die Türkei mit dem Bau einer neuen Gas-Pipeline, die Erdgas aus Aserbaidschan über Georgien und die Türkei nach Europa bringen soll. Sie soll in drei Jahren in Betrieb gehen.

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