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29/09/2016

EU-Satelliten erreichen die falsche Umlaufbahn – Kommission fordert Aufklärung

Innovation

EU-Satelliten erreichen die falsche Umlaufbahn – Kommission fordert Aufklärung

Die künstlerische Darstellung eines Galileo-Satelliten. Foto: EC

Die Europäische Kommission hatte den Start zweier Satelliten des Galileo-Programms als „historischen Meilenstein“ bezeichnet. Es sind EU-Nachbauten des amerikanischen Navigationssatellitensystems zur Positionsbestimmung (GPS). Allerdings wurden sie in die falsche Umlaufbahn geschossen. Am Montag forderte die Kommission die verantwortlichen Agenturen auf, alle Einzelheiten zu diesem Fehlschlag aufzulisten. EurActiv Brüssel berichtet.

Die Satelliten fünf und sechs des Galileo-Programms erreichten die falsche Umlaufbahn. Stunden zuvor sprach die Kommission noch von einem „Meilenstein“. Sie teilte außerdem mit, dass „die EU unsere großen Investitionen in die Raumfahrt in konkrete Ergebnisse umwandelt.“

Die Satelliten wurden vom Weltraumbahnhof Kourou in Französisch-Guyana mit Hilfe der russischen Trägerrakete Sojus abgeschossen. Vier Satelliten befinden sich bereits in der Umlaufbahn. Die zwei zusätzlichen Satelliten, die auf einem neuen Design basieren, wurden als erste einer neuen Phase vorgestellt. An deren Ende soll die volle Entwicklung einer Konstellation von 30 Satelliten stehen. 

Es sind die beiden ersten Satelliten, die ausschließlich EU-Eigentum sind. Das soll nach Angaben der Kommission die Position der EU in der Raumfahrtindustrie stärken. 

Arianespace, der zuständige Anbieter von Trägerdiensten, sprach von einer „Diskrepanz“ zwischen der angepeilten und der erreichten Umlaufbahn. Die Satelliten sind deshalb nutzlos. 

Die Kommission forderte heute von Arianespace und der Europäischen Weltraumorganisation (ESA) alle Einzelheiten des Vorfalls. Außerdem verlangte sie einen Zeitplan und einen Aktionsplan für die Behebung des Problems.

Die Kommission zitierte erste Informationen von Arianespace. Demnach hing das Problem mit der Oberstufe der russischen Trägerrakete zusammen. Dadurch gerieten die Satelliten in die falsche Umlaufbahn. 

Interims-Industriekommissar Ferdinando Nelli Feroci bezeichnete das Startproblem als „sehr unglücklich“. Er sei aber dennoch von der strategischen Wichtigkeit des Galileo-Programms überzeugt und zuversichtlich, dass die Entwicklung der Satellitenkonstellation wie geplant weitergehen könnte.