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01/10/2016

EU bringt zwei weitere Galileo-Satelliten ins All

Innovation

EU bringt zwei weitere Galileo-Satelliten ins All

Die europäische Weltraumagentur ESA will mit dem Galileo-Programm dem US-Navigationssystem GPS Konkurrenz machen.

[markheseltine/Flickr]

Die europäische Weltraumagentur ESA wird zwei weitere Galileo-Satelliten ins All bringen. Nach Pannen in der Vergangenheit ein wichtiger Schritt für das europäische Weltraumprojekt – auch im Wettlauf mit dem US-Navigationssystem GPS.

Gut ein Jahr nach einer schweren Panne beim europäischen Galileo-Programm soll am Freitagabend eine Sojus-Trägerrakete zwei weitere Satelliten des künftigen europäischen Navigationssystems ins All bringen. Die Rakete mit den Galileo-Satelliten neun und zehn an Bord soll um 4.08 Uhr MESZ vom europäischen Weltraumbahnhof Kourou in Französisch-Guyana abheben, wie die Europäische Weltraumagentur ESA in Paris mitteilte. Damit wäre ein Drittel der insgesamt 30 Satelliten im All, aus denen das Navigationssystem bestehen wird.

Galileo soll künftig dem US-Navigationssystem GPS Konkurrenz machen. Das europäische Milliarden-Programm hatte im August 2014 einen Rückschlag erlitten, als die Galileo-Satelliten fünf und sechs nicht die vorgesehene Umlaufbahn erreichten. Grund war eingefrorener Treibstoff in der russischen Sojus-Trägerrakete. Infolge der technischen Panne gerieten die Satelliten auf eine schiefe elliptische Bahn. Inzwischen konnten sie jedoch in günstigere Umlaufbahnen manövriert werden.

Die ersten vier Satelliten des von wiederholten Verzögerungen und Finanzierungsdebatten begleiteten Galileo-Programms waren 2011 und 2012 ins All gestartet, im März dieses Jahres hoben die Satelliten sieben und acht von Kourou ab. Vor dem Start der Satelliten neun und zehn am Freitag äußerte sich der ESA-Direktor für das Galileo-Programm, Didier Faivre, optimistisch über die Chancen auf einen reibungslosen Verlauf. „Wir sind sehr zuversichtlich“, sagte Faivre der Nachrichtenagentur AFP. „Alle Überprüfungen sind sehr gut verlaufen.“

Bis zum Jahresende sollen noch zwei weitere Galileo-Satelliten in den Weltraum gebracht werden. Künftig soll sich die Zahl der pro Start in den Weltraum beförderten Satelliten von zwei auf vier verdoppeln: Neben der Sojus-Trägerrakete wird dann auch eine speziell angepasste europäische Ariane-5-Rakete Satelliten des Navigationsprogramms in ihre Umlaufbahnen bringen.

Ende 2016 sollen nach dem Willen der Europäischen Kommission, die das Programm finanziert, insgesamt 16 Satelliten des Navigationssystems die Erde umrunden. Bis 2020 schließlich soll das Galileo-System komplett einsatzbereit sein.