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01/10/2016

EU beschließt neue Vorschriften zur Ortung von Flugzeugen

Innovation

EU beschließt neue Vorschriften zur Ortung von Flugzeugen

Durch den Einbau von Ortungsgeräten sollen Betreiber die Lokalisierung des Cockpit-Stimmrekorders vereinfachen.

[Ed Sweeney]

Die EU will die Nachverfolgung und Ortung von Luftfahrzeugen in Not weltweit verbessern. Die Kommission hat dazu nun neue Vorschriften beschlossen. EurActiv Brüssel berichtet.

Nach dem Verunglücken der Air-France-Maschine im Juni 2009 und dem Absturz des Flugzeugs der Malaysian Airlines im März 2014, hatten die Such- und Rettungsteams – zumindest anfangs – große Schwierigkeiten, die Wracks zu finden.

Die neuen Vorschriften sehen auch Ortungsgeräte zur Lokalisierung über dem Meer verunglückter Flugzeuge vor sowie die vereinfachte Bergung von „Black Boxes“. Laut neuem Regelwerk müssen die Betreiber von großen Maschinen (für mehr als 19 Passagiere) und Frachtflugzeugen, die mehr als 45,5 Tonnen wiegen, Flugdaten-Trackingsysteme einrichten.

Neu gebaute Flugzeuge müssen den neuen Regeln zufolge über „robuste und automatische Instrumente“ verfügen, die die Ortung nach einem Flugunglück ermöglichen. Diese robusteren Systeme verhindern das Verschwinden eines Fluges, sollte es zu einer Unterbrechung der Kommunikation und anderer Nachverfolgungssysteme kommen.

Auch will man so die Ortung des Cockpit-Stimmrekorders (CVR), eine der zwei „Black Boxes“ (die andere ist der Flugdatenschreiber), verbessern. Mithilfe eines zusätzlichen Ortungsgeräts wäre dieser schneller auffindbar. Der CVR ist vor allem bei der Ermittlung der Unglücksursache im Falle eines tödlichen Absturzes von großer Bedeutung. Daher beinhalten die neuen technischen Vorschriften auch Bestimmungen zur Verbesserung dieser „Black Box“ – deren eigentliche Farbe Orange ist. Entsprechend wird die durchgängige Aufzeichnungsdauer des CVRs von zwei auf 25 Stunden erhöht. Im Gegensatz dazu schreiben die US-amerikanischen Behörden weiterhin lediglich zwei Stunden vor. Zusätzlich müssen die Betreiber auch den Schutz der CVR-Aufnahmen ausbauen. Dieser Verbesserungschritt soll hauptsächlich während Wartungsarbeiten erfolgen.

Die Kommission verdeutlichte in einer Presseerklärung, dass diese neuen technischen Bedingungen „keine bestimmten kommerziellen oder technischen Lösungen begünstigen“. Sie betonte außerdem, die Normen seien flexibel genug für verschiedene technische Optionen – bestehende und in der Entwicklung befindliche wie den Galileo-Such- und Rettungsdienst.

Dieses neue, von der EU geleitete System ist seit Kurzem im Einsatz. Es stärkt die existierenden Such- und Rettungssysteme, da es Notrufe aus der ganzen Welt nahezu in Echtzeit empfangen kann. Die durchschnittliche Wartezeit beträgt im Vergleich dazu etwa eine Stunde. Darüber hinaus kann es die Notrufe präzise lokalisieren, während die bisherige Ortungsgenauigkeit bei fünf Kilometern liegt. Außerdem nutzt es mehrere Satelliten zur Datenerfassung, damit das Terrain bei schwierigen Bedingungen nicht die Sicht blockiert.

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