Deutsche Telekom reicht bei EU Beschwerde gegen Google ein

Telekom-Chef Timotheus Höttges will Konkurrenten Google schwächen – mit Schützenhilfe aus Brüssel. Foto: dpa

Der Deutschen Telekom ist Internetgigant Google schon lange ein Dorn im Auge: Jetzt will sie eine Beschwerde bei der EU-Kommission einreichen – und damit ihren amerikanischen Konkurrenten entscheidend schwächen.

Die Deutsche Telekom will einer Zeitung zufolge eine Beschwerde gegen Google bei den europäischen Wettbewerbshütern einreichen. Darin werde dem US-Internetkonzern vorgeworfen, über sein Handy-Betriebssystem Android eigene Produkte wie Google Maps einen unfairen Vorteil zu verschaffen, berichtete die „New York Times“ am Montag unter Berufung auf mit der Sache vertraute Personen.

Die Beschwerde werde bis Anfang November erwartet. Eine Stellungnahme von Google, der Telekom oder den zuständigen EU-Stellen war zunächst nicht zu erhalten. Ein Google-Sprecher sagte der „New York Times“ lediglich, dass die Android-Software den globalen Wettbewerb eher gestärkt hätte. „Das System ist open-source und kann kostenlos von quasi jedem benutzt werden.“ Einige Android-Geräte würden Google-Dienste verwenden, andere eben nicht, so der Sprecher.

EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager ermittelt bereits gegen Google in einem anderen Fall. Brüssel wirft dem Unternehmen vor, Bilder und andere Inhalte von anderen Webseiten zu kopieren („Scraping“) und für seinen eigenen Auftritt zu nutzen. Weiterhin geht es darum, ob der amerikanische Suchmaschinenanbieter den Betreibern von Internetseiten in seinen Werbeverträgen vertraglich untersagt, Werbeangebote von Google-Konkurrenten auf ihrer Seite zu plazieren.