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04/12/2016

Baden-Württemberg in der EU erneut auf Platz 1 bei Innovationen

Innovation

Baden-Württemberg in der EU erneut auf Platz 1 bei Innovationen

Das Innovationspotenzial in Baden-Württemberg ist im EU-weiten Vergleich weiterhin am höchsten.

© Heribert Pohl (CC BY-SA 2.0)

Baden-Württemberg ist innerhalb der EU die Region mit der höchsten Innovationskraft. In keiner anderen europäischen Region wird ein höherer Anteil der Wirtschaftsleistung in Forschung und Entwicklung investiert. Nirgendwo ist der Anteil der Erwerbstätigen in forschungsintensiven Industriezweigen höher.

Zum sechsten Mal in Folge belegt Baden-Württemberg den Spitzenplatz beim EU-weiten Innovationsvergleich. Das hat das Statistische Landesamt Baden-Württemberg am Donnerstag bekannt gegeben.

In keiner anderen europäischen Region wird ein höherer Anteil der Wirtschaftsleistung in Forschung und Entwicklung investiert, nirgendwo ist der Anteil der Erwerbstätigen in forschungsintensiven Industriezweigen höher und nirgendwo werden – bezogen auf die Bevölkerungszahl – mehr Patente angemeldet als im Südwesten.

„Ein zentraler Faktor für den Vorsprung ist der hohe Stellenwert der Forschung und Entwicklung in südwestdeutschen Unternehmen und die Verzahnung mit den Hochschulen und Instituten im Land“, erklärte Hugo Hämmerle vom Forschungsbündnis Innovationsallianz Baden-Württemberg (innBW).

Das Statistische Landesamt hat einen Innovationsindex entwickelt, der eine vergleichende Bewertung der Innovationsfähigkeit von 87 Regionen in den 28 europäischen Mitgliedsländern ermöglicht. Für jede Region werden die Daten von sechs Innovationsindikatoren (u.a. Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen, Patentanmeldungen, Existenzgründungen und die Anzahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Hochtechnologiebranchen) zu einer Kennzahl aggregiert und für den europaweiten Innovationsvergleich herangezogen. Der Index wird seit dem Jahr 2004 im zweijährigen Turnus berechnet.

Auf dem aktuellen Innovationsindex erreicht Baden-Württemberg 71 von 100 Punkte. Bayern belegt mit 56 Punkten Platz zwei, Platz drei geht an die Region Île de France mit 55 Punkten. Kurz darauf folgen die skandinavischen Länder. Alle diese Regionen kommen auf einen F&E (Forschung und Entwicklung)-Anteil von drei bis vier Prozent des BIP. In den EU-Ländern Griechenland, Bulgarien, Zypern und Rumänien ist die Innovationskraft am geringsten.

Gegenüber der Berechnung aus dem Jahr 2012 ergaben sich im Spitzenfeld nur kleine Rangverschiebungen. Beispielsweise liegt nun Bayern vor der französischen Hauptstadtregion Île de France und Dänemark vor Finnland.

Sorgen bereitet Hämmerle indessen eine nachlassende Dynamik in Baden-Württemberg: „Derzeit leben wir von der Substanz.“ Die Existenzgründungen befänden sich seit geraumer Zeit auf dem Tiefststand, Patentanmeldungen von kleinen und mittleren Unternehmen würden sinken und der Kommerzialisierungsgrad von Forschungsergebnissen sei zu gering. Hier müsse gegengesteuert werden, sonst werde das Land bald von anderen Regionen eingeholt, so der innBW-Sprecher.

So droht nicht nur „Gefahr“ von innovativen Regionen Europas wie etwa der Schweiz, wo viele Mittelständler sehr erfolgreich sind. Auch andere Weltregionen wie Singapur oder China sind drauf und dran, mit dem Südwesten Deutschlands gleichzuziehen. China etwa konnte deutlich zulegen und kommt bereits auf gut 1,8 Prozent Forschungsanteil am BIP.

Das ist zwar nur gut ein Drittel des baden-württembergischen Anteils, mit der jährlichen Wachstumsrate bei den Ausgaben für Forschung und Entwicklung von 21 Prozent im Reich der Mitte ist ein Gleichstand jedoch nur noch eine Frage von wenigen Jahren. In absoluten Zahlen investiert China inzwischen sogar doppelt so viel wie Deutschland: 163 Milliarden Euro im Vergleich zu 76 Milliarden.

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