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29/08/2016

Umfrage: Europäer gegenüber Robotern immer skeptischer eingestellt

Gesundheit und Verbraucherschutz

Umfrage: Europäer gegenüber Robotern immer skeptischer eingestellt

Ein im Gesundheitswesen eingesetzter Roboter.

[Shutterstock]

Roboter spielen in der EU eine immer wichtigere Rolle: Sie werden nicht nur in der Produktion eingesetzt, sondern auch in der Gesundheitspflege. Die Europäer stehen ihnen aber immer misstrauischer gegenüber, wie eine Eurobarometer-Umfrage zeigt. EurActiv Brüssel berichtet.

Bei der im November und Dezember 2014 in allen EU-Mitgliedsstaaten durchgeführten Umfrage gaben rund zwei Drittel der Befragten (64 Prozent) an, eine positive Sicht gegenüber Robotern zu haben. 2012 waren es noch 70 Prozent. Ausnahmen sind Ungarn (49 Prozent), Zypern (46 Prozent) und Griechenland (45 Prozent).

Dänemark und Schweden haben mit jeweils 84 Prozent der Befragten die positivste Meinung zur Rolle der Roboter in der Gesellschaft. Danach kommen die Niederländer mit 77 Prozent und die Polen mit 75 Prozent.

Die EU-Kommission erklärte, sie habe die Umfrage in Auftrag gegeben, weil sie um “die verständlichen Bedenken über das schnelle Tempo des technologischen Wandels” wisse, insbesondere bei der Rolle, die die Roboter in unserer Gesellschaft spielen.

20 Prozent der EU-Bürger gaben an, in Zukunft den Kauf eines Roboters für ihr Zuhause zu erwägen. Das gilt vor allem für die nordischen Länder und Mitteleuropa. Die Befragten in Ost- und Südeuropa sind zurückhaltender.

Mehr als ein Drittel der Befragten (36 Prozent) glaubt, dass ihre Arbeit in Zukunft zumindest teilweise von einem Roboter gemacht werden könnte. In vier Ländern (Bulgarien, Kroatien, Polen und Ungarn) geht mindestens die Hälfte der Befragten von dieser Annahme aus.

Am anderen Ende der Skala glaubt weniger als sein Viertel der Befragten in den Niederlanden (24 Prozent), in Dänemark (22 Prozent) und in Luxemburg (20 Prozent) an eine solche Entwicklung.

Demografischer Wandel und mehr Roboter

Er sei von der positiven Meinung der Dänen über Roboter nicht überrascht, sagt Jørgen Løkkegaard, Leiter des Dänischen Technologischen Instituts. Denn das Land sei gezwungen, mehr und mehr Technik im Gesundheitswesen zu nutzen.

“Wir erleben die Wandlung jedes Jahr mit unseren eigenen Augen, wenn wir Hunderte neue Arbeitnehmer für das Gesundheitswesen dafür ausbilden, Roboter und andere Fürsorgetechnologien zu nutzen. Die (Skepsis), die wir in den ersten Jahren erlebten, ist durch ein bemerkenswertes Wohlwollen ersetzt worden”, sagte Løkkegaard der Zeitung Jyllands-Posten.

Der Grund für dieses Wohlwollen sei die Tatsache, dass der Wohlfahrtsstaat unter Druck steht. Durch den demografischen Wandel brauchen immer mehr Menschen eine hochwertige Versorgung. Gleichzeitig steht weniger Hilfe zur Verfügung.

Løkkegaard meint: “Die Gemeinden sind gezwungen, kreativ zu denken, um dem demographischen Wandel zu begegnen. Doch die Tatsache, dass man Kosteneinsparungen mit erhöhter Lebensqualität kombinieren kann, stellt die Fürsorgetechnologien in eine Win-win-Kategorie.”