Studie: Erhöhtes Cholesterin kann zu chronischen Schmerzen und Sehnenentzündungen führen

Hohe Cholesterinwerte könnten Sehnenentzündungen verursachen. [Susie Cagle/Flickr]

Cholesterin ist bereits länger bekannt als Ursache von Diabetes, Herzinfarkt oder Schlaganfall. Eine Studie der Universität Canberra stellt nun fest: Auch chronische Schmerzen und Sehnenentzündungen könnten in direktem Zusammenhang mit hohem Cholesterin stehen. EURACTIV Spanien berichtet.

Eine durch die Ansammlung von Cholesterin in den Zellen des Immunsystems ausgelöste Entzündung könnte ein wichtiger Faktor für eine Sehnenentzündung und chronische Schmerzen sein. Zu diesem Schluss kommt nun eine im britischen Journal für Sportmedizin veröffentlichte Studie.

Die Forscher analysierten 1.607 wissenschaftliche Artikel zu dem Thema, die zwischen 1973 und 2014 veröffentlicht wurden. Daraus schlossen sie, dass Menschen mit Sehnenproblemen zu einem höheren Fettanteil (Lipide) im Blut neigen.

Experten führend die meisten Tendinitis-Fälle auf den „mechanischen Stress“ durch Fettleibigkeit, übermäßiges Körperfett und Stauchungen beim Sport zurück. Doch in vielen Fällen treffen diese Faktoren nicht zu.

Familiäre Hypercholesterinämie und Tendinitis

Menschen, die an einem genetisch bedingten hohen Cholesterinspiegel leiden (familiäre Hypercholesterinämie oder FH), sind auch anfälliger für eine schmerzhafte Sehnenentzündung.

Ein hoher Lipidspiegel wird auch in Verbindung mit Sehnenverletzungen und Muskelschmerzen in den Armen gebracht. Einige Studien zeigen auch, dass sie zur Entwicklung einer zu dichten Achillessehne führen kann.

„Zusammen bieten diese Erkenntnisse eine erhebliche Unterstützung für die metabolische Hypothese der Sehnenverletzung und schließt die Lipidparameter als potenzielle Verbindung“, schreiben die Forscher.

Gleichzeitig betonen sie, dass dies nur eine Beobachtung ist. Sie seien nicht in der Position, Rückschlüsse auf die Ursachen und die Effekte von Sehnenverletzungen zu ziehen.

Cholesterin in Europa

Europa ist der Kontinent mit der höchsten Rate von Menschen mit einem hohen Cholesterinspiegel weltweit (54 Prozent). Das ist einer der Hauptfaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Diabetes, sowie anderen Krankheiten. Dennoch ist die europäische Bevölkerung oft sehr schlecht über die Notwendigkeit informiert, ihre Einnahme “bösen“ Cholesterins (LDL) zu senken – und wie das gemacht werden kann.

Folgende Faktoren spielen bei der Risikoreduzierung für hohe Cholesterinwerte eine Rolle: Eine ausgewogene Ernährung, regelmäßiger Sport und eine gesunde Lebensweise.

Der „Kreuzzug“ gegen LDL-Cholesterin resultiert aus der bitteren Realität: Herz-Kreislauf-Erkrankungen töten jedes rund vier Millionen Menschen in den 53 Ländern in der Region Europa der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Darunter sind ungefähr 1,9 Millionen Todesfälle in den 28 EU-Mitgliedsstaaten.

Eine FH-Strategie

Spanien könnte bald einen nationalen Plan zur Feststellung von Familiärer Hypercholesterinämie genehmigen. Nach Angaben der FH-Stiftung in Madrid sind rund 100.000 Menschen im Land betroffen.

Dies sei wichtig, um „vorzeitige Herz-Kreislauf-Erkrankungen unter der gefährdeten Bevölkerung zu vermeiden“, wie informierte Kreise aus der Stiftung berichten.

Der Informationsmangel zum Thema FH untergräbt alle Versuche, eine kohärente Strategie aufzubauen: Bei weniger als einem Prozent der europäischen Bürger wurde FH diagnostiziert. Die Leidtragenden entwickeln oft schon in jungen Jahren ernsthafte Herz-Kreislauf-Erkrankungen.