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25/09/2016

OECD-Gesundheitsbericht: Weniger Tote durch Herz-Kreislauf-Erkrankungen in Deutschland

Gesundheit und Verbraucherschutz

OECD-Gesundheitsbericht: Weniger Tote durch Herz-Kreislauf-Erkrankungen in Deutschland

Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind weiterhin die häufigste Todesursache in OECD-Ländern.

[Martin Vogler/Flickr]

Die Sterblichkeit durch Herz-Kreislauf-Erkrankungen ist in Deutschland in den um etwa 60 Prozent zurückgegangen. Hierzuland sterben jedoch noch immer mehr Menschen an Herzinfarkten oder Schlaganfällen als im OECD-Durchschnitt.

Mit 310 Personen pro 100.000 Einwohner sterben in Deutschland noch immer etwas mehr Menschen an Schlaganfällen, Herzinfarkten und anderen Herz-Kreislauf-Erkrankungen (HKL-Erkrankungen) als im OECD-Schnitt. Dies geht aus dem jüngsten OECD-Bericht „Cardiovascular Disease and Diabetes: Policies for Better Health and Quality of Care“ hervor.

Die Zahl der potenziell verlorenen Lebensjahre im Durchschnitt jedoch niedriger als im OECD-Raum. Todesfälle durch HKL-Erkrankungen treten in Deutschland demzufolge wahrscheinlich in einem höheren Lebensalter auf als in vielen anderen OECD-Ländern.

Durch den weltweiten Anstieg von Übergewicht, Fettleibigkeit und Diabetes – vor allem unter jungen Menschen – könnte die positive Entwicklung allerdings gestoppt werden und sich sogar umkehren. HKL-Erkrankungen bleiben die häufigste Todesursache in OECD-Ländern. Häufig stehen sie mit Fettleibigkeit und Diabetes in Verbindung.

In Deutschland ist starkes Übergewicht zwar weniger verbreitet als in vielen OECD-Ländern, es gibt aber einige Risikofaktoren, bei denen Deutschland im internationalen Vergleich relativ schlecht dasteht: So rauchte 2011 gut jeder fünfte Erwachsene, bei den Jugendlichen waren es sogar 22,4 Prozent (OECD: 19,5 Prozent). Auch Bluthochdruck und erhöhte Cholesterinwerte sind verbreiteter als im Schnitt der 34 Industrieländer.

Auf der anderen Seite sind die Ausgaben für Vorbeugung in Deutschland höher als im OECD-Schnitt. Auch die medizinische Grundversorgung ist weit besser als im Mittel. Die Qualität der Grundversorgung speziell für Herz-Kreislauf-Leiden und Diabetes allerdings scheint niedriger zu sein als in vielen anderen OECD-Ländern: In keinem anderen OECD-Land außer Ungarn wurden im Verhältnis zum Vorkommen der Krankheit mehr Menschen wegen Diabetes ins Krankenhaus eingewiesen als in Deutschland (51 pro tausend Diabetes-Fälle). Auch chronische Herzinsuffizienz wird weit häufiger im Krankenhaus behandelt als anderswo.

Die Sterbewahrscheinlichkeit durch Herz-Kreislauferkrankungen ist in der OECD insgesamt sehr unterschiedlich: in Japan, Frankreich, Korea und Israel liegt sie bei weniger als 200 Personen pro 100.000 Einwohner; in Zentral- und Osteuropa hingegen sterben mehr als 500 Personen pro 100.000 Einwohner. Dem OECD-Bericht zufolge sind viele Länder noch weit davon entfernt, die notwendigen Reformen einzuleiten, um Herz-Kreislauf-Erkrankungen stärker zurückzudrängen oder besser zu behandeln.

Hintergrund

Herz-Kreislauf-Erkrankungen (HKL-Erkrankungen) sind die häufigste Todesursache in OECD-Ländern. Etwa jeder dritte Mensch stirbt an einem Schlaganfall, einem Herzinfarkt oder ähnlichem. Fettleibigkeit, hohe Cholesterinwerte und hoher Blutdruck erhöhen das Risiko für HKL-Leiden.

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