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25/09/2016

Mazedonien legalisiert medizinisches Marihuana

Gesundheit und Verbraucherschutz

Mazedonien legalisiert medizinisches Marihuana

Fortan dürfen Arzneimittel in Mazdonien 0,2 Prozent THC enthalten.

[Jan Mika/Shutterstock]

In Mazedonien sind seit gestern Arzneimittel auf Hanfbasis zulässig. EurActiv Brüssel berichtet.

Ganze 13 EU-Mitgliedsstaaten haben medizinisches Marihuana bereits legalisiert, darunter Österreich, Großbritannien, Frankreich, Deutschland, Italien, die Niederlande und Spanien. Mazedonien gehört noch nicht zur EU, beantragte jedoch 2005 die Mitgliedschaft. Die Beitrittsverhandlungen stehen noch aus.

Fortan können mazedonische Ärzte Medikamente verschreiben, die weniger als 0,2 Prozent Tetrahydrocannabinol (THC) enthalten, den wichtigsten psychoaktiven Inhaltsstoff der Cannabispflanze, bestätigt die Vorsitzende der mazedonischen Arneimittelzulassungsbehörde, Marija Darkovska-Serafimovska. Auch in Apotheken könne man jetzt THC-haltige Medikamente erstehen. „Diese Maßnahme wird vielen schwerkranken Menschen in Mazedonien helfen, die auf eine Behandlung mit natürlichen Produkten angewiesen sind“, betont sie.

Die Medikamente sind für Krebs- und Epilepsieerkrankte sowie für Patienten mit Multipler Sklerose zugänglich. „Sie ersetzen keine medizinische Behandlung“, unterstrich Gesundheitsminister Nikola Todorov nach der Parlamentssitzung im Mai, in der das neue Gesetz beschlossen wurde. In der Öffentlichkeit folgten wochenlange Debatten.

Marihuana-Gebrauch, der über die vorgeschriebenen medizinischen Grenzwerte hinaus geht, ist weiterhin gesetzlich verboten.