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11/12/2016

EFSA: Immer mehr importierte Lebensmittel übermäßig mit Pestiziden belastet

Gesundheit und Verbraucherschutz

EFSA: Immer mehr importierte Lebensmittel übermäßig mit Pestiziden belastet

Importe aus Drittstaaten sind laut EFSA häufiger übermäßig pestizidbelastet als Produkte aus der EU.

[Alf Ribeiro/Shutterstock]

Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) warnt: 6,5 Prozent der Nahrungsmittelimporte aus Drittländern sind stärker mit Pestiziden belastet sind, als in der EU zulässig. EurActiv Spanien berichtet.

Die jüngsten Daten aus dem Jahr 2014 weisen der EFSA zufolge auf einen leichten Anstieg der Pestizidbelastung seit 2013 hin, als noch 5,7 Prozent der Lebensmittel aus Nicht-EU-Ländern betroffen waren. In den EU-28 sowie in Island und Norwegen hingegen überschritten 2014 etwa 1,6 Prozent der Erzeugnisse die zulässigen Grenzwerte. 2013 lag der Anteil noch bei 1,4 Prozent.

Von den fast 83.000 Lebensmittelproben erfüllten 97 Prozent die EU-Vorgaben. Sie enthielten entweder gar keine Pestizide (53 Prozent) oder zulässige Mengen. 3.265 Proben überschritten die maximale Belastungsgrenze – ein Großteil der betroffenen Erzeugnisse stammte aus Drittstaaten. Bei etwa 1.253 Fällen enthielten die Produkte Pestizide, die in der EU verboten sind.

Die EU-Ergebnisse von 2014 „reihen sich in die Resultate aus dem Vorjahr ein. Das heißt, die EU setzt sich auch weiterhin für den Verbraucherschutz ein, indem sie die Pestizidmengen in Lebensmitteln kontrolliert“, erklärt José Tarazona, Leiter der EFSA-Pestizidabteilung.

Die im italienischen Parma ansässige EU-Behörde meint, es sei unwahrscheinlich, dass die festgestellten Pestizidwerte kurz- oder langfristig eine Gefahr für die Gesundheit der Verbraucher darstellten. Dennoch empfiehlt sie, die Pestizidkontrollprogramme effizienter zu gestalten und zum Beispiel auch weitere Produkte wie Beeren, Honig, Tee oder Futtermittel zu berücksichtigen.

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