Foodwatch findet Mineralöl-Rückstände in Lebensmitteln

Nudeln, Reis, Cornflakes und andere Lebensmittel sind laut Laboranalyse von Foodwatch oft mit gesundheitsgefährdenden Mineralölrückständen belastet . [bert knottenbeld/Flickr]

Reis, Grieß, Cornflakes, Linsen, Haferflocken: Die Verbraucherorganisation Foodwatch hat in einigen Lebensmitteln Rückstände von Mineralöl entdeckt, die aus der bedruckten Verpackung auf das Produkt übergegangen sein sollen.

Bei Labortests seien in 43 Prozent der 120 untersuchten Produkte aus Deutschland, Frankreich und den Niederlanden Spuren von sogenannten aromatischen Mineralölen gefunden worden, teilte Foodwatch am Dienstag mit. Diese stünden im Verdacht, krebserregend und erbgutschädigend zu sein. In Deutschland wurden demnach 42 Produkte getestet, davon sei gut jedes fünfte mit aromatischen Mineralölen belastet gewesen.

Foodwatch nahm nach eigenen Angaben 120 trockene und lang haltbare Lebensmittel im Labor unter die Lupe. Getestet wurden Produkte bekannter Hersteller, von Handelsmarken sowie konventionelle und Bio-Produkte. Die Verbraucherorganisation untersuchte, wie hoch die Konzentration an gesättigten Mineralölen und aromatischen Mineralölen in der Verpackung und letztlich auch im Lebensmittel selbst ist. Gesättigte Mineralöle reichern sich laut Foodwatch im Körper an und können Organe schädigen.

Als „wesentliche Quelle für die Verunreinigung“ mit Mineralölen bezeichnete die Organisation die aus Altpapier hergestellten Verpackungen. Die darin enthaltenden Mineralöle aus Druckfarben sowie andere Substanzen wie Weichmacher oder Lösungsmittel könnten auf Lebensmittel übergehen, erklärte Foodwatch. „So umweltfreundlich das Recycling von Altpapier auch ist, als Lebensmittelverpackung kann daraus ein echtes Gesundheitsrisiko werden“, kritisierte Luise Molling von Foodwatch.

Die Verbraucherorganisation forderte die Europäische Kommission auf, Grenzwerte für Mineralöle in Lebensmitteln zu erlassen und „funktionelle Barrieren“ für alle Lebensmittelverpackungen aus Papier vorzuschreiben. Es gebe bereits Materialien für Innenbeutel oder Beschichtungen, die das Produkt und die Pappverpackung so voneinander trennen, dass gesundheitsgefährdende Stoffe nicht auf die Lebensmittel übergehen könnten. Foodwatch startete dazu eine E-Mail-Aktion, über die Verbraucher den EU-Gesundheitskommissar Vytenis Andriukaitis zum Handeln aufrufen können.

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