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24/08/2016

EuGH stärkt Fluggast-Rechte

Gesundheit und Verbraucherschutz

EuGH stärkt Fluggast-Rechte

Fluggesellschaften müssen laut EuGH-Urteil auch im Falle von unerwarteten technischen Problemen für Verspätungen Entschädigung zahlen.

[Gui Seiz/Flickr]

Der Europäische Gerichtshof in Luxemburg nimmt mit einem aktuellen Urteil Fluggesellschaften bei Verspätungen stärker in die Pflicht.

Künftig müssen Fluglinien Passagieren auch im Falle von unerwarteten technischen Problemen eine Entschädigung bei Verspätung zahlen.

Ausgenommen seien davon nicht erkennbare Konstruktionsfehler, welche die Flugsicherheit gefährdeten, Sabotageakte oder Terrorangriffe, urteilte der Gerichtshof der Europäischen Union am Donnerstag. Fluggäste hätten davon abgesehen aber je nach Entfernung das Recht auf Ausgleichszahlungen zwischen 250 und 600 Euro.

Im vorliegenden Fall hatte eine Niederländerin gegen KLM geklagt, weil ihr Flug von Quito nach Amsterdam 29 Stunden verspätet war. KLM hatte für die Verspätung außergewöhnliche Umstände, nämlich mehrere defekte Teile an der Maschine geltend gemacht. Diese Teile hätten erst aus Amsterdam nach Quito geliefert werden müssen.

Der EuGH entschied, dass die Wartung und der reibungslose Betrieb der Flugzeuge Aufgabe der Airline seien, unabhängig davon, ob das technische Problem vorhersehbar gewesen sei.