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30/05/2016

EU verschiebt Votum über Zulassung von Glyphosat

Gesundheit und Verbraucherschutz

EU verschiebt Votum über Zulassung von Glyphosat

Die Entscheidung über die weitere Zulassung vom Pestizid Glyphosat wird vertagt.

dpa/Patrick Pleul

Glyphosat entzweit Experten und Politik. Nun steht EU-Insidern zufolge die Entscheidung über eine Neuzulassung des umstrittenen Unkrautvernichters in der EU auf der Kippe.

Die Debatte der Europäischen Union (EU) über die weitere Zulassung des umstrittenen Unkrautvernichtungsmittels Glyphosat ist Insidern zufolge ins Stocken geraten.

Entgegen bisheriger Erwartungen werde bei den laufenden Beratungen nicht mehr mit einer Genehmigung gerechnet, sagten zwei EU-Vertreter am Montag. Die Entscheidung falle nicht in dieser Woche, sondern werde vertagt. Hintergrund sei, dass Frankreich Widerstand angekündigt habe. EU-Diplomaten erklärten zudem, Deutschland wolle sich bei einer Abstimmung enthalten.

Aufsichtsbehörden vertreten unterschiedliche Meinungen darüber, ob Glyphosat krebserregend ist. Der US-Agrarkonzern Monsanto vertreibt den Wirkstoff unter dem Markennamen Roundup.

Die EU-Kommission erklärte, die Beratungen würden am Dienstag fortgesetzt. Über das Ergebnis könne noch nichts gesagt werden. Bisher war damit gerechnet worden, dass die EU-Staaten trotz heftiger Proteste von Umweltschützern Anfang dieser Woche die Verwendung des weit verbreiteten Stoffes für weitere 15 Jahre billigen würden.

Vorangegangen war ein Streit zwischen verschiedenen Behörden: Die EU-Agentur EFSA hatte im November erklärt, Glyphosat sei wohl nicht krebserregend. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) war derselben Ansicht. Dagegen hatte die Krebsforschungsagentur der Weltgesundheitsorganisation WHO zuvor davon gesprochen, dass Glyphosat beim Menschen wahrscheinlich Krebs auslösen kann.

Der Grünen-Politiker Martin Häusling, im Europaparlament agrarpolitischer Sprecher seiner Fraktion, hatte eine Verschiebung der Abstimmung über eine weitere Zulassung des Pflanzenschutzmittels Glyphosat gefordert.

Schweden, Frankreich und Italien nähmen inzwischen eine kritische Haltung zur Zulassung ein, erklärte Häusling am Montag in Straßburg.