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22/01/2017

EU-Kommission empfiehlt Regulierung von Transfetten

Gesundheit und Verbraucherschutz

EU-Kommission empfiehlt Regulierung von Transfetten

Technisch gesehen lassen sich industriell erzeugte Transfette in der Nahrungsmittelproduktion durch alternative Fette und Öle ersetzen.

[Shutterstock]

Manche EU-Länder haben schon Höchstwerte definiert, doch ein EU-weiter Beschluss fehlt. Un will die EU-Kommission den Anteil industrieller Transfette in Nahrungsmitteln rechtlich begrenzen, heißt es in einem Bericht der Institution. EurActiv Brüssel berichtet.

Ein am Dienstag von der EU-Kommission veröffentlichter Bericht stellte fest: Die durchschnittliche Aufnahme von Transfetten, auch als Transfettsäuren bekannt, liegt Untersuchungen zufolge EU-weit unter den national und international empfohlenen Richtwerten. Diese Feststellung gelte jedoch nicht für alle Gesellschaftsgruppen.

Technisch gesehen ist es möglich, die Transfettmenge in industriell erzeugten Fetten zu senken. Für die Lebensmittelherstellung stehen durchaus alternative Fette und Öle zur Verfügung. Der Anteil natürlicher Transfettsäuren in tierischen Fetten hingegen ist beschränkt, relativ stabil und lässt sich nicht weiter reduzieren. „Eine Einschränkung wäre die wirksamste Methode zur Verbesserung der allgemeinen Gesundheit, des Verbraucherschutzes und der Verträglichkeit mit dem Binnenmarkt“, meinte die Kommission.

Während manche Mitgliedsstaaten bereits rechtliche Höchstwerte definiert haben, sorgte das Fehlen eines EU-weiten Beschlusses für Diskrepanzen auf dem Binnenmarkt.

„Wenn auf EU-Ebene nicht bald etwas geschieht, könnten weitere Probleme entstehen – vor allem für Hersteller in der EU, die am Zugang zum US-Markt interessiert sind“, hielt die Kommission in ihrem Bericht fest.

Langerwarteter Bericht

Ursprünglich wollte man den Kommissionsbericht schon vor einem Jahr, am 13. Dezember 2014, veröffentlichen. Der Europäische Verbraucherverband (BEUC) reichte im April aufgrund der Verzögerung eine Beschwerde bei Vytenis Andriukaitis, dem Kommissar für Gesundheits- und Verbraucherschutz, ein. Im Oktober schlossen sich große Nahrungsmittelproduzenten BEUC an und forderten die EU-Kommission auf, die Angelegenheit zu regeln. Noch im selben Monat bestätigte Andriukaitis, der Bericht sei „in Bearbeitung“ und bis Ende des Jahres bereit für die Veröffentlichung. Er bekräftigte auch, die EU-Kommission werde darin eine Empfehlung zur EU-weiten Regulierung von Transfetten aussprechen.

Die Kommission wird bald ein öffentliches Beratungsgespräch beginnen und eine Folgenabschätzung zur zusätzlichen Datenerfassung durchführen. Die Analysen des Berichts dienen dabei als Grundlage.

Im Kampf gegen Herz-Kreislauf-Erkrankungen hat die dänische Regierung Transfettsäuren schon im Jahr 2003 verboten. Dieser Vorstoß endete jedoch aufgrund potentieller Diskriminierung ausländischer Fastfood-Ketten in einem Gerichtsprozess, eingeleitet seitens der Kommission. Letztendlich ließ man die Klage jedoch fallen.

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