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25/08/2016

EU duldet geschönte Angaben zu Leistung von Glühbirnen

Gesundheit und Verbraucherschutz

EU duldet geschönte Angaben zu Leistung von Glühbirnen

Der europäische Umweltschutz-Dachverband EEB schätzt, dass die Hersteller den Verbrauchern durch die frisierten Angaben Mehrkosten von bis zu zwei Milliarden Euro jährlich aufbürden.

[Amit Burstein/Flickr]

Etliche Lampen verbrauchen deutlich mehr Strom und liefern zugleich weniger Licht als angegeben: Möglich machen das lückenhafte EU-Vorschriften. Der EU-Kommission ist die Schummelei, die Europas Verbraucher Milliarden kostet, seit Jahren bekannt.

Leuchtenhersteller haben offenbar über Jahre EU-Vorschriften ausgenutzt, die ihnen erlauben, hohe Toleranzen bei den Verbrauchsangaben auf die tatsächliche Leistung von Lampen aufzuschlagen, berichtete die “Süddeutsche Zeitung” am Donnerstag. Damit ist es den Firmen möglich, für ihre Waren bessere Leistungsdaten auszuweisen.

Der EU-Kommission ist diese legale Schummelei der Hersteller bereits seit vier Jahren bekannt, doch duldet sie die Tricks: “In der Tat haben wir 2011/2012 herausgefunden, dass Leuchtenhersteller diese Toleranzen auf die Leistung, die sie für ihre Lampen messen, aufschlagen”, sagte eine Sprecherin der EU-Kommission der Zeitung. So seien die Vorschriften zwar nicht gedacht, aber sie würden dieses Vorgehen nicht ausdrücklich ausschließen. Die Kommission werde deshalb die Ökodesign-Anforderungen für Lampen nächstes Jahr überarbeiten.

Der größte deutsche Leuchtmittelhersteller Osram räumte gegenüber der “Süddeutschen Zeitung” ein, Toleranzen zu nutzen, sie aber nicht voll auszuschöpfen. Der europäische Umweltschutz-Dachverband EEB geht davon aus, dass die Hersteller den Verbrauchern durch die frisierten Angaben Mehrkosten von bis zu zwei Milliarden Euro jährlich aufbürden, weil die Lampen in Wahrheit mehr Strom verbrauchten als von den Firmen deklariert.