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07/12/2016

Erneutes Treffen zur Entscheidung über Glyphosat

Gesundheit und Verbraucherschutz

Erneutes Treffen zur Entscheidung über Glyphosat

Glyphosat ist das zurzeit am häufigsten eingesetzte Pflanzenschutzmittel in der EU.

[Chafer Machinery/Flickr]

Die EU-Mitgliedstaaten wollen in gut einer Woche einen weiteren Versuch zur Einigung über das umstrittene Pflanzenschutzmittel Glyphosat starten.

Ein neues Treffen des zuständigen Fachausschusses sei fürden 6. Juni angesetzt, sagte ein EU-Vertreter am Freitag der Nachrichtenagentur AFP. Eine derzeit diskutierte Option sei, die bestehende Zulassung für das Mittel vorerst nur bis Ende 2017 zu verlängern.

Glyphosat ist das zurzeit am häufigsten eingesetzte Pflanzenschutzmittel in der EU. Es steht im Verdacht, krebserregend zu sein. Die Zulassung von Glyphosat in der EU läuft am 30. Juni aus. Die Entscheidung über eine mehrjährige Verlängerung wurde aber bereits zwei Mal wegen Uneinigkeit unter den Mitgliedstaaten verschoben.

Der Grünen-Abgeordnete Harald Ebner kritisierte, eine vorläufige Laufzeitverlängerung wäre ein „letzter Trick“ zur Rettung des Mittels. Denn dies bedeute letztlich ein „Weiterso, ohne jede Einschränkung“. Ebner forderte die SPD auf, bei ihrem kategorischen Nein zur Verlängerung für das Pflanzengift zu bleiben. Komme es zu einer Übergangslösung, müsse die eingesetzte Glyphosatmenge in jedem Fall aber deutlich reduziert werden.

In der Bundesregierung sind die SPD-geführten Ressorts gegen eine Verlängerung der Glyphosat-Zulassung, die Unions-geführten Ministerien sowie Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) dafür. Wegen der Unstimmigkeit musste Deutschland sich bei den Abstimmungen in Brüssel enthalten.

Der Deutsche Ärztetag forderte Bundesregierung und EU-Kommission am Freitag dazu auf, Glyphosat keine weitere Zulassung zu erteilen. Die Mediziner beriefen sich bei ihrer Forderung auf das im EU-Recht verankerte sogenannte Vorsorgeprinzip und verwiesen auf eine Studie, laut der das Unkrautvernichtungsmittel „DNA- und chromosomale Defekte in menschlichen Zellen verursacht“. Bevor das Mittel weiter zugelassen werden könne, müssten schädliche Effekte ausgeschlossen werden können, erklärten die Ärzte.

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