Eierskandal: Neue Fipronil-Funde in Rumänien und Dänemark

Inzwischen sind elf europäische Länder vom Eierskandal betroffen. [Ian Britton/Flickr]

Der Skandal um verseuchte Eier weitet sich aus: Inzwischen sind elf europäische Länder betroffen, wie aus Behörden-Mitteilungen vom Donnerstag hervorgeht.

In Rumänien wurde eine Tonne Flüssig-Eigelb aus Deutschland entdeckt, das mit dem Insektengift Fipronil verseucht ist. In Dänemark gelangten rund 20 Tonnen kontaminierte Eier eines belgischen Lieferanten in Cafés und Kantinen.

Wie die rumänische Veterinärbehörde ANSVSA am Donnerstag in Bukarest mitteilte, wurde das belastete Flüssig-Eigelb aus Deutschland in einer Lagerhalle im Westen des Landes gefunden. Es sei nicht in den Verkauf gelangt. Rumänien ist das erste Land in Osteuropa, in dem mit Fipronil belastetes Ei nachgewiesen wurde.

Grund für die Entdeckung in Rumänien sei „eine spezifische Warnung der Europäische Kommission“ im Rahmen des europäischen Schnellwarnsystems für Lebensmittel und Futtermittel gewesen, sagte eine Sprecherin der Veterinärbehörde der Nachrichtenagentur AFP.

In Dänemark gelangten die verseuchten Eier nach Angaben der Lebensmittelbehörde nicht in den Einzelhandel, sondern wurden in hartgekochter Form direkt an Kantinen, Cafés oder Catering-Firmen verkauft. Eine Gefahr für die Konsumenten bestehe aber nicht, hieß es.

Neben Rumänien und Dänemark sind neun weitere Länder von dem Eierskandal betroffen: Deutschland, die Niederlande und Belgien sowie Frankreich, die Schweiz, Österreich, Schweden, Großbritannien und Luxemburg. Der Skandal um Millionen mit dem Insektengift belastete Eier hat nach bisherigen Erkenntnissen seinen Ursprung in Belgien.

Im Nachbarland wurde offenbar verbotenerweise ein für die Nutztierhaltung zugelassenes, rein pflanzliches Desinfektionsmittel mit dem für die Nutztierhaltung verbotenen Fipronil gemischt. Es wurde auch in Ställen in den Niederlanden und in einigen Fällen auch in Deutschland eingesetzt. Millionen belasteter Eier aus den Niederlanden wurden nach Deutschland verkauft.

Hintergrund

Das europäische Schnellwarnsystem für Lebensmittel
Es wurde 1979 gegründet und soll für die rasche Weitergabevon Informationen innerhalb der Europäischen Union sorgen: das Schnellwarnsystem für Lebensmittel und Futtermittel RASFF. Die Mitgliedsländer und auch die Schweiz, Norwegen, Island und Liechtenstein melden möglicherweise gesundheitsschädliche Produkte an die EU-Kommission, und zwar seit 2014 nicht
mehr per E-Mail, sondern indem sie die Warnungen in das von der Kommission verwaltete Online-Portal einstellen.

Auf diese Warnungen - ins Englische übersetzt - haben dann die jeweiligen Behörden in allen Mitgliedsländern Zugriff. Im Idealfall ist zu sehen, welche Gefahr genau von einem Produkt ausgeht, wo es herkommt und wer es wohin verkauft. Dazu kommen in den meisten Fällen Analysen und amtliche Gutachten.
In Deutschland fasst das zuständige Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit die Angaben in deutscher Sprache zusammen. Auch Verbraucher haben Zugang zu dem EU-Portal.

Die EU rühmt sich, die Lebensmittelsicherheit der Union sei dank ihrer Gesetzgebung eine der höchsten der Welt mit dem RASFF als wichtigem Baustein.
Im Eier-Skandal hat das System aber nicht gut funktioniert. Erste Hinweise tauchten offenbar bereits Ende 2016 auf, erste Untersuchungen liefen in Belgien seit Anfang Juni. Alarm schlug Belgien erst am 20. Juli. Die EU-Kommission erklärte nun, die Mitgliedsstaaten trügen die Hauptverantwortung, damit das System funktioniert.