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24/01/2017

Chronische Krankheiten: Hacker entwickeln innovative Behandlungsmethoden

Gesundheit und Verbraucherschutz

Chronische Krankheiten: Hacker entwickeln innovative Behandlungsmethoden

Ein Hackathon in Amsterdam.

[Sebastiaan ter Burg/Flickr]

Unternehmen im Bereich Medizintechnik ziehen zunehmend Hacker zurate: Sie sollen die nächste Generation elektronischer Gesundheitsanwendungen für die Behandlung chronischer Krankheiten entwickeln. EurActiv Frankreich berichtet.

Sogenannte Hackathons erfreuen sich immer größerer Beliebtheit, denn sie bringen die Expertise von App-Entwicklern und Medizinern zusammen, um auf die Anforderungen des medizinischen Sektors zu reagieren.

In Kanada ist das Phänomen bereits etabliert und fasst nun auch zunehmend in Europa Fuß –  durch das kanadische Unternehmen Hacking Health. „Unsere Events finden überall statt, vor allem in Kanada, aber auch in Europa“, sagt der Europa-Direktor des Unternehmens, Sébastien Letélié.

Das französische Pharma-Unternehmen Pierre Fabre veranstaltete zusammen mit Hacking Health Anfang Juli seinen ersten Hackathon bei der Sommeruniversität in Castres.

„Wir organisieren das Hacking Health Camp in Straßburg seit März 2014. Heute ist es der größte europäische Gesundheits-Hackathon und eines der Flaggschiff-Events der Gesundheitsinnovation. Dieses Jahr waren wir Gastgeber für mehr als 600 Leute aus ganz Europa“, so Letélié.

Barrieren niederreißen

Gesundheits-Hackathons sind unkonventionelle Innovationslabore. Doch unter Medizinern sind sie sehr beliebt. Letélié sagt: „Alle, die zu den Hackathons kommen, sind sehr offen. Es muss einige Fachleute geben, die das nicht gutheißen, aber bis jetzt hat noch niemand unseren Ansatz kritisiert.“

Der erste Pierre Fabre-Hackathon konzentrierte sich auf drei Anwendungen für Arthrose-Patienten: Die Spiele-App Step Up für die Rehabilitation, Pharmatalk, ein interaktives Terminal für Apotheken und Podo up, eine intelligente Schuhsohle, die Ärzte mit Daten über die Gehweise von Patienten versorgt.

Behandlung chronischer Krankheiten

Nach Angaben einer Studie von E-Santé nutzen viele Patienten in Frankreich bereits elektronische Geräte und Anwendungen, um ihre Erkrankung zu bewältigen.

Die große Mehrheit der Patienten im Land besitzt ein Smartphone oder ein Tablet. Die Studie zeigt, dass die Hälfte aller Diabetespatienten bereits mobile Anwendungen im Bereich Gesundheit nutzen.

Für Hacking Health sind die Vorzüge von E-Health deutlich zu sehen. Das Unternehmen gibt an, dass die eigenen Aktivitäten Zeit sparen, die Genauigkeit verbessern, das Risiko vermindern, die Behandlung verbessern und den Patienten ermöglichen, genaue Informationen mit ihrem Arzt zu teilen.