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09/12/2016

Chemikalie Bisphenol A: EU-Behörde prüft Wirkung auf Immunsystem

Gesundheit und Verbraucherschutz

Chemikalie Bisphenol A: EU-Behörde prüft Wirkung auf Immunsystem

Lebensmittelverpackungen enthalten oft das hormoähnlich wirkende Bisphenol A.

[Wohin Auswandern/Flickr]

„Bedenken“ mit Blick auf das Immunsystem von Föten und Kindern: Die EU-Lebensmittelbehörde EFSA lässt mögliche schädliche Auswirkungen der umstrittenen Chemikalie Bisphenol A prüfen. Sie wirkt wie ein menschliches Hormon

Grund für die Überürüfung durch eine internationale Expertengruppe seien neue Studien, die „Bedenken“ mit Blick „auf das Immunsystem von Föten und jungen Kindern“ aufkommen ließen, teilte die Behörde am Dienstag in Parma mit. Ergebnisse sollen die Experten „in den nächsten Monaten“ vorlegen.

Bisphenol A wirkt wie ein menschliches Hormon und steht seit Jahren in der Kritik. Der Stoff kann mit der Nahrung und über die Haut aufgenommen oder eingeatmet werden. In Babyfläschchen ist Bisphenol A seit 2011 EU-weit verboten. Es findet sich aber auch in Lebensmittelverpackungen, Konserven, Mehrweg-Plastikgeschirr, Kochutensilien, Kassenbons aus Thermopapier und weiteren Alltagsgegenständen wie CD-Hüllen und Kosmetika.

Die EU-Lebensmittelbehörde EFSA hatte Anfang 2015 erklärt, sie sehe in Bisphenol A kein Gesundheitsrisiko. Gleichzeitig senkte sie aber vorläufig den empfohlenen Grenzwert zur täglichen Aufnahme deutlich. Er wurde von 50 auf vier Mikrogramm pro Kilogramm Körpergewicht herabgesetzt.

Das niederländische Gesundheitsministerium hat die EU-Behörde nun aufgrund von zwei neuen Studien zum Handeln aufgefordert. Sie wurden durch das nationale Gesundheitsinstitut RIVM ausgewertet. Die Behörde riet Verbrauchern darauf, die Aufnahme der Chemikalie über Nahrung und andere Quellen möglichst zu reduzieren, und empfahl die Suche nach Alternativen für Bisphenol A.