Aus für Roaming-Gebühren im Juni 2017

Die EU hat entschieden: Roaming-Gebühren sollen ab Mitte Juni der Vergangenheit angehören. [Marjan Lazarevski/Flickr]

Die EU hat sich geeinigt: Mitte Juni 2017 will sie die umstrittenen Roaming-Aufschläge für die Handy-Nutzung im Ausland komplett abschaffen. Maximale Handy-Zuschläge sinken schon ein Jahr zuvor deutlich.

Die EU will die umstrittenen Roaming-Aufschläge für die Handy-Nutzung im Ausland Mitte Juni 2017 vollkommen abschaffen. Darauf einigten sich die EU-Kommission, Mitgliedstaaten und Europaparlament in der Nacht zum Dienstag, wie alle Seiten mitteilten.

Bei Reisen in der EU zahlten Handy-Kunden dann „denselben Preis wie zuhause ohne Extra-Kosten“, erklärte die EU-Kommission. Dies gelte nicht nur für Anrufe, sondern auch für SMS und die Nutzung mobiler Datenverbindungen. Mitgliedstaaten und Europaparlament müssen dem Kompromiss noch endgültig zustimmen.

Ab Ende April 2016 wird Roaming nach dem Kompromiss demnach zunächst deutlich billiger. Telefonanbieter dürfen dann nur noch einen maximalen Aufschlag von fünf Cent pro Minute bei Anrufen in Rechnung stellen. Bei SMS sind es zwei Cent und bei der Internetnutzung fünf Cent pro übertragenem Megabyte. Hinzu kommt jeweils die Mehrwertsteuer. Dies sind laut Kommission 75 Prozent weniger als die derzeit geltenden Höchstgrenzen bei Anrufen und Datennutzung.

Eine Einigung gab es auch zu dem schwierigen Thema der Netzneutralität, also der Frage, ob Internet-Anbieter bestimmte Dienste bei der Übertragungsgeschwindigkeit bevorzugen können – etwa wenn sie dafür von Kunden mehr Geld verlangen. Nutzer könnten nach der Vereinbarung „nicht unfair blockiert“ oder ihre Internetnutzung verlangsamt werden, erklärte die EU-Kommission. „Bezahlte Priorität wird nicht erlaubt.“

Dem Rat der Mitgliedstaaten zufolge sind aber „Maßnahmen für vernünftiges (Daten-)Verkehrsmanagement“ erlaubt. „Blockierungen oder Drosselungen werden nur unter einer begrenzten Zahl von Umständen erlaubt, zum Beispiel um Cyber-Angriffe zu bekämpfen oder um Verkehrsverstopfung zu verhindern.“ Vereinbarungen zu Diensten, „die ein bestimmtes Qualitätsniveau brauchen, sind erlaubt, aber die Anbieter müssen die allgemeine Qualität des Internetzugangs sicherstellen“. Es ist das erste Mal überhaupt, dass die EU die Netzneutralität gesetzlich festschreiben will.