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28/09/2016

Schweden ist innovativste Wirtschaft Europas

Forschung und Innovation

Schweden ist innovativste Wirtschaft Europas

Schwedens Ikea ist eines der innovativsten Unternehmen Europas. Foto: dpa

Deutschland ist hinter Schweden führend beim Umsetzen neuer und wegweisender Ideen in wettbewerbsfähige Produkte, so das Ergebnis des neuen Innovations-Indikators der EU. Abgeschlagen sind dagegen Bulgarien und baltische Staaten. Die EU-Kommission befürchtet eine „Innovations-Kluft“.

Schweden ist das innovativste EU-Land. Von allen Mitgliedsstaaten vermarktet das Land innovative Ideen am besten und erzielt aus Investitionen in neue Produkte am meisten Profit, wie ein neuer EU-Indikator belegt. Ebenfalls Spitze sind Deutschland, Irland und Luxemburg.

Laut Kommission weisen die Wirtschaften der Spitzenländer vergleichsweise hohe Anteile an wissensintensiven Sektoren und schnell wachsenden innovativen Firmen auf und bringen darüber hinaus viele Patente und wettbewerbsfähige Exportprodukte hervor. Zahlreiche der innovativsten und international erfolgreichsten Unternehmen Europas kommen aus Schweden, dazu gehören der Möbelgigant Ikea und der Musik-Streaming-Dienst Spotify.

Das Ranking der EU-Kommission wiederspiegelt auch die signifikanten Unterschiede zwischen den einzelnen EU Ländern. So erreichen Bulgarien, Litauen und Lettland nur etwa die Hälfte der Höchstpunktzahl und liegen damit abgeschlagen am Ende der Rangliste.

Kommission warnt vor "Innovations-Kluft"

"Um in der globalen Wirtschaft eine Führungsposition einzunehmen, muss die Europäische Union mehr gute Ideen in erfolgreiche Produkte und Dienstleistungen umwandeln", sagt Máire Geoghegan-Quinn, die irische Kommissarin für Wissenschaft und Forschung. Des Weiteren müsse die "besorgniserregende Innovations-Kluft", die zwischen einzelnen Mitgliedsstaaten besteht, geschlossen werden: "Der eingeführte Indikator wird uns dabei helfen, unsere Fortschritte zu messen und genau die Bereiche aufzeigen, in denen die Mitgliedsstaaten handeln müssen."

Der Indikator wurde auf Wunsch der EU-Führung entwickelt, um die Innovations-Anstrengungen der Mitgliedsstaaten erfassen zu können. Technologische Innovationen werden anhand von Patenten und der Wettbewerbsfähigkeit wissensintensiver Güter und Dienstleistungen bewertet. Doch auch das Verhältnis von Beschäftigung in wissensintensiven Sektoren zur nationalen Gesamtbeschäftig sowie die generelle Beschäftigung in schnell wachsenden innovativen Firmen fließen in die Berechnung des Innovations-Indikators ein.

Die EU als Ganzes schneidet im internationalen Vergleich gut ab und befindet sich mit den USA auf einer Höhe. Dennoch bleibt die europäische Staatengemeinschaft hinter Japan und der Schweiz – den Ländern mit den weltweit innovativsten Wirtschaften – zurück.

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Links

EurActiv Brüssel: Sweden is Europe’s most innovative economy, Commission says (4. November 2013