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17/01/2017

Tsipras sieht sich in Forderung nach Schuldenschnitt gestärkt

Finanzen und Wirtschaft

Tsipras sieht sich in Forderung nach Schuldenschnitt gestärkt

"Ab morgen werden wir an den Verhandlungstisch zurückkehren", sagt Alexis Tsipras.

Foto: dpa

Durch das Nein der Griechen zu den Sparvorschlägen der Gläubiger sieht sich Regierungschef Alexis Tsipras in seiner Forderung nach einem Schuldenschnitt gestärkt.

„Jetzt wird die griechische Schuldenlast auf den Verhandlungstisch kommen“, sagte Tsipras am Sonntagabend in einer Fernsehansprache. Zugleich betonte er, dass der Ausgang des Referendums keinen Bruch Griechenlands mit Europa bedeute.

„Es gibt lebensfähige Lösungen, so lange beide Seiten diese anstreben“, sagte der Regierungschef. Gut 60 Prozent der Griechen haben sich laut Teilergebnissen bei dem Referendum gegen das Geldgeber-Programm ausgesprochen, damit hätten die Menschen aber „nicht ja oder nein zum Euro gesagt“, erklärte Tsipras.

„Ab morgen werden wir an den Verhandlungstisch zurückkehren.“ Und die Regierung sei bereit zu „lebensfähigen Reformen, die von der Gesellschaft angenommen werden“.

Mit seiner Forderung nach einem Schuldenerlass ist Tsipras in den vergangenen Monaten vor allem bei der Bundesregierung immer wieder abgeblitzt. In seiner Ansprache verwies der Ministerpräsident auf einen Bericht des Internationalen Währungsfonds (IWF), der ebenfalls eine Umstrukturierung der Schuldenlast für notwendig hält.

SPD-Chef Sigmar Gabriel sagte allerdings am Abend in Berlin, Verhandlungen über ein weiteres Hilfspaket seien nach dem Referendum „kaum noch vorstellbar“. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) erklärte zunächst nur, das Votum der Griechen sei „zu respektieren“.