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24/01/2017

Teilergebnis: Nein-Lager in Griechenland mit gut 60 Prozent vorn

Finanzen und Wirtschaft

Teilergebnis: Nein-Lager in Griechenland mit gut 60 Prozent vorn

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Foto: dpa

Bei dem Referendum über die Gläubigervorschläge in Griechenland liegt ersten Teilergebnissen zufolge das Nein-Lager mit gut 60 Prozent der Stimmen vorn. Die griechische Regierung will schnellstmöglich eine neue Initiative zur Suche nach einer Lösung mit den Geldgeber-Institutionen starten.

Das Nein-Lager liegt mit gut 60 Prozent der Stimmen vorn. Entsprechende Zahlen veröffentlichte das Innenministerium am Sonntagabend nach Auszählung von rund 20 Prozent der abgegebenen Stimmen. Die Griechen sollten in dem Referendum entscheiden, ob sie die Sparvorschläge der Gläubiger akzeptieren oder nicht; die Regierung hatte für ein Nein geworben.

Nach dem Referendum über die Gläubiger-Vorschläge will die griechische Regierung schnellstmöglich eine neue Initiative zur Suche nach einer Lösung mit den Geldgeber-Institutionen starten. Noch am Abend würden „die Initiativen intensiviert, um eine Einigung zu erreichen“, sagte Regierungssprecher Gavriil Sakellaridis dem Sender ANT1.  Nach Auszählung von 20 Prozent der bei dem Referendum abgegebenen Stimmen lagen die Gegner der bisherigen Gläubigervorschläge am Sonntagabend nach Angaben des Innenministeriums mit gut 60 Prozent vorn.

Es sei schon viel Arbeit in die Vorbereitung eines Abkommens gesteckt worden, sagte Sakellaridis. Die griechische Notenbank werde noch am Abend einen Antrag bei der Europäischen Zentralbank (EZB) stellen, damit diese das Volumen der Notkredite für die angeschlagenen griechischen Banken anhebe. Dafür gebe es „solide Argumente“. Die EZB hatte die sogenannten ELA-Kredite vor einer Woche gedeckelt. Ohne Anhebung des Limits drohen die schon seit einer Woche geschlossenen Banken des Landes rasch auszutrocknen.

Die Finanz-Staatssekretäre der Euroländer wollen am Montag in Brüssel zu einer weiteren Krisensitzung zusammenkommen, wie aus EU-Quellen verlautete. Dabei sollen die Konsequenzen des Referendums beraten werden.

Die Bundesregierung erklärte am Sonntagabend, dass Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) am Montagnachmittag nach Paris reist, um mit Frankreichs Präsident François Hollande über den Ausgang des Griechenland-Referendums zu beraten. Bei den Gesprächen werde es um eine „gemeinsame Bewertung der Situation“ nach dem Referendum gehen, teilte Regierungssprecher Steffen Seibert mit.