Studie: Marktwirtschaftsstatus an China könnte die EU Millionen Jobs kosten

Deutschlands Bruttoinlandsprodukt (BIP) wuchs im zweiten Quartal um 0,4 Prozent im Vergleich zum Vorquartal. [Foto: dpa]

China fordert von der EU, handelsrechtlich als Marktwirtschaft behandelt zu werden. Einer aktuellen Studie zufolge würde die EU damit den Verlust von bis zu 3,5 Millionen Arbeitsplätzen riskieren.

Bis Ende 2016 will die Welthandelsorganisation WTO gemeinsam mit der EU und anderen Mitgliedern eine Entscheidung über den Marktwirtschaftsstatus Chinas fällen. Wird der Volksrepublik der Status einer Marktwirtschaft zuerkannt, ha?tte dies die faktische Wirkungslosigkeit des geltenden Antidumpingrechtes und den Verlust von Millionen Jobs zur Folge. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Economic Policy Institute (EPI) aus Washington.

Robert E. Scott, Autor und EPI-Direktor fu?r Handel und Industriepolitik, erklärte: „Bereits heute erho?ht sich das Handelsbilanzdefizit der EU gegenu?ber China bedenklich. Ein Aufgeben des Schutzes gegen staatlich finanziertes Dumping wu?rde dies drastisch verscha?rfen. Der Anstieg an chinesischen Dumpingimporten wa?re ein o?konomischer Schock fu?r Europa.“

„Konservativ berechnet“ riskiere die EU laut Studie damit den Verlust von 1,7 bis 3,5 Millionen Arbeitspla?tzen innerhalb der na?chsten drei bis fu?nf Jahre. Angesichts von Chinas Strategie der U?berkapazita?ten und Dumpingexporte sei ein noch ho?herer Arbeitsplatzverlust wahrscheinlich.

Besonders betroffen wa?ren vor allem Branchen, die bereits heute unter chinesischem Dumping leiden, wie Metalle, Textil, Autoteile und Umwelttechnologien. Allerdings sei es nur eine Frage der Zeit, bis auch andere Branchen erfasst wu?rden. In Deutschland alleine beziffert EPI die Zahl der bedrohten Arbeitspla?tze auf 320.000 bis 639.000, der ho?chste Wert innerhalb der EU-Mitgliedsstaaten.

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