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24/07/2016

Ranking: Arbeitskosten in Deutschland ein Drittel über EU-Schnitt

Finanzen und Wirtschaft

Ranking: Arbeitskosten in Deutschland ein Drittel über EU-Schnitt

Arbeitskosten im EU-Vergleich: Deutschland auf Rang acht.

Foto: dpa

Arbeit in Deutschland ist teurer als in vielen anderen EU-Staaten, besonders in der Industrie. Negative Auswirkungen auf die Wettbewerbsfähigkeit hat das jedoch nicht.

Für eine Arbeitsstunde haben Arbeitgeber in der deutschen Privatwirtschaft 2014 im Durchschnitt 31,80 Euro gezahlt. Unter den Ländern der Europäischen Union liegt Deutschland damit auf Rang acht, wie das Statistische Bundesamt am Montag in Wiesbaden mitteilte.

Im verarbeitenden Gewerbe, das besonders stark im internationale Wettbewerb steht, kostete eine Arbeitsstunde demnach im Schnitt 37 Euro. Hier lag Deutschland im EU-Vergleich auf Rang vier. Dennoch ist die deutsche Industrie international weiterhin konkurrenzfähig. Grund ist die hohe Produktivität, also das erzeugte BIP pro Erwerbstätigen. Hier liegt die Bundesrepublik knapp über dem EU-Durchschnitt.

Europaweit die höchsten Arbeitskosten in der Privatwirtschaft gibt es in Dänemark. Eine Arbeitsstunde kostete dort 2014 laut Statistischem Bundesamt 42 Euro, im verarbeitenden Gewerbe waren es 41,60 Euro. Am wenigsten zahlten Arbeitgeber in Bulgarien mit 3,80 Euro für die Arbeitsstunde in der Privatwirtschaft und 3,20 Euro im verarbeitenden Gewerbe. Arbeitskosten setzen sich aus den Bruttoverdiensten und den Lohnnebenkosten zusammen.

Im Jahr 2014 zahlten die Arbeitgeber in Deutschland in der Privatwirtschaft auf 100 Euro Bruttoverdienst zusätzlich 28 Euro Lohnnebenkosten, also Sozialbeiträge der Arbeitgeber, vor allem die gesetzlichen Arbeitgeberbeiträge zu den Sozialversicherungen, die Aufwendungen für die betriebliche Altersversorgung sowie die Aufwendungen für die Lohn- und Gehaltsfortzahlungen im Krankheitsfall. Damit lagen laut den Statistikern die Lohnnebenkosten in Deutschland unter dem EU-Durchschnitt von 31 Euro. Im EU-weiten Vergleich befand sich Deutschland im Mittelfeld auf Rang 15. Auf 100 Euro Lohn wurden in Frankreich mit 47 Euro am meisten Lohnnebenkosten gezahlt, Schweden landete mit 46 Euro auf Platz zwei und Belgien mit 44 Euro auf dem dritten Rang. In Malta zahlten Arbeitgeber mit neun Euro die geringsten Lohnnebenkosten.