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09/12/2016

Nach Brexit: Juncker dämpft britische Hoffnung auf Zugang zum EU-Binnenmarkt

Finanzen und Wirtschaft

Nach Brexit: Juncker dämpft britische Hoffnung auf Zugang zum EU-Binnenmarkt

"Es wird keinen Binnenmarkt a la carte geben", sagt Juncker in Richtung Großbritannien. Foto: dpa

Großbritannien kann nach dem Brexit laut EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker nicht mit Zugeständnissen beim künftigen Zugang zum EU-Binnenmarkt rechnen.

„Es wird keinen Binnenmarkt a la carte geben“, sagte Juncker am heutigen Mittwoch in einer Rede vor dem Europäischen Parlament in Straßburg. Er hoffe, dass die britische Regierung möglichst bald den Artikel 50 des EU-Vertrages aktiviere, damit die Austrittsgespräche beginnen könnten. Nur so könnten die „täglich wachsenden Unsicherheiten“ gestoppt werden.

Man wolle mit Großbritannien auch künftig ein freundschaftliches Verhältnis. „Zu dieser Neuordnung gehört, dass nur derjenigen uneingeschränkten Zugang zum Binnenmarkt haben kann, der sich der Freizügigkeit der Personen und Arbeitnehmer verpflichtet fühlt.“ Hintergrund sind Darstellungen britischer Brexit-Befürworter, dass Großbritannien sowohl die Zuwanderung von EU-Bürgern beschränken und gleichzeitig weiteren Zugang zum EU-Binnenmarkt haben könne.

Durch das britische Austrittsvotum stellten sich viele weltweit die Frage, ob dies der Beginn des Zerfalls der EU sei, sagte Juncker. Man bedauere die britische Entscheidung zwar. „Aber die EU ist in ihrem Bestand nicht gefährdet“, erklärte der Kommissionspräsident.