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23/08/2016

Merkel fordert De Guindos als neuen Eurogruppen-Chef

Finanzen und Wirtschaft

Merkel fordert De Guindos als neuen Eurogruppen-Chef

Der spanische Wirtschaftsminister Luis de Guindos soll nach Ansicht von Angela Merkel neuer Eurogruppen-Chef werden. Foto: La Moncloa (CC BY-NC-ND 2.0)

Bundeskanzlerin Angela Merkel bekräftigt den Wunsch der Regierung in Madrid, dass der spanischen Minister Luis de Guindos nächster Chef der Eurogruppe wird.

Der amtierende Wirtschaftsminister Spaniens, Luis de Giundos, könnte nächster Eurogruppen-Chef werden. Bundeskanzlerin Angela Merkel sprach sich am heutigen Montag für de Guindos aus. Für die Zeit nach Ablauf der Amtsperiode des Niederländers Jeroen Dijsselbloem habe sie dieselbe Ansicht wie Spaniens Regierungschef Mariano Rajoy, sagte sie auf einer gemeinsamen Pressekonferenz. “Dann unterstützen wir die Kandidatur von Luis de Guindos“, sagte Merkel. Dieser sei ein “exzellenter Finanzminister in Spanien”.

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble habe mit de Guindos eng zusammengearbeitet und etliche Probleme gelöst, so Merkel. Der 54-Jährige gilt als der Architekt der Bankensanierung in Spanien, für die Madrid von der EU Hilfskredite in Höhe von etwa 41 Milliarden Euro in Anspruch nahm.

Nutznießer der Sanierung war unter anderem das Banken-Konglomerat Bankia. Im Mai 2012 beantragte Bankia einen Notkredit in Höhe von 19 Milliarden Euro, eine Rekordsumme in der spanischen Geschichte. Bankia wurde im Zuge der Rettung teil-verstaatlicht. Die spanische Regierung stockte seine Anteile auf 68 Prozent auf.

Im Februar diesen Jahres veräußerte Spanien 7,5 Prozent ihrer Bankia-Anteile und leitete damit einen Privatisierungs-Prozess ein, der symbolisch ist für Spaniens wirtschaftliche Erholung. De Guindos hat diesen Vorgang überwacht. 

Der Eurogruppen-Chef leitet die Runde der Finanzminister der 18 Euro-Staaten. Die Personalie könnte dennoch auf dem EU-Sondergipfel am Samstag besprochen werden, auf dem vor allem ein neuer EU-Ratspräsident und eine neue Außenbeauftragte bestimmt werden sollen. Dijsselbloem war 2013 zum Eurogruppen-Chef gewählt worden. Seine Amtszeit endet Mitte 2015. 

Ein offizieller Antrag ist nach Informationen der staatlichen Nachrichtenagentur Efe noch nicht gestellt worden.