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02/12/2016

Lohngefälle: Frauen verdienen in Deutschland deutlich weniger als Männer

Finanzen und Wirtschaft

Lohngefälle: Frauen verdienen in Deutschland deutlich weniger als Männer

Viele Frauen verdienen auch heute noch im gleichen Job und bei gleicher Qualifikation weniger als ihre männlichen Kollegen.

Foto: Klaus-Dietmar Gabbert/dpa

Die Kluft beim Lohn von Frauen und Männern in Deutschland ist 2015 nach wie vor groß. Für eine leichte Annäherung sorgte jedoch der Mindestlohn.

Weibliche Beschäftigte bekamen für ihre Arbeit im Schnitt pro Stunde 21 Prozent weniger als ihre männlichen Kollegen, wie das Statistische Bundesamt bekanntgab. Frauen kamen demnach auf einen Stundenlohn von 16,20 Euro brutto, Männer erhielten 20,59 Euro. In den vergangenen zehn Jahren hat sich die Lücke allerdings kaum verringert: 2014 lag die Differenz bei 22 Prozent, 2006 bei 23 Prozent. Der etwas kleiner gewordene Unterschied kann den Angaben nach mit dem Anfang 2015 eingeführten Mindestlohn von 8,50 Prozent je Stunde zusammenhängen, von dem mehr Frauen profitieren.

„Nach wie vor bestehen deutliche Unterschiede zwischen dem früheren Bundesgebiet und den neuen Ländern“, erklärten die Statistiker zudem. So betrug die Lohndifferenz im vergangenen Jahr im Osten nur acht Prozent, im Westen dagegen 23 Prozent.

Die Kluft führen die Statistiker auf die unterschiedliche Branchen- und Berufswahl zurück sowie auf die Tatsache, dass Frauen seltener Führungspositionen bekleiden. Sie arbeiten zudem häufiger in Teilzeit und sind weniger lang in ihren Berufen beschäftigt – vor allem wegen Auszeiten nach der Geburt von Kindern. Bei ähnlicher Qualifikation und ähnlichem Job liegt der Verdienstunterschied älteren Untersuchungen zufolge immer noch bei sieben Prozent.