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20/01/2017

„Kein zweites Griechenland“: Polens Nationalkonservative gegen Euro-Einführung

Finanzen und Wirtschaft

„Kein zweites Griechenland“: Polens Nationalkonservative gegen Euro-Einführung

Der Kultur- und Wissenschaftspalast in Warschau.

[Lukas Plewnia/Flickr]

Die polnische Opposition will im Fall eines Sieges bei den Wahlen im Herbst die geplante Euro-Einführung in dem Land auf Eis legen.

Ihre Regierung werde die Einführung des Euro in Polen „sicher nicht“ vorantreiben, sagte die Kandidatin der national-konservativen Partei Recht und Gerechtigkeit (PiS) für das Amt der Regierungschefin, Beata Szydlo, am Donnerstag in Warschau. „Wir wollen nicht, dass Polen ein zweites Griechenland wird“, fügte sie mit Blick auf die dramatische Schuldenkrise des Euro-Landes hinzu.

Die EU-skeptische PiS hat bei der im Herbst anstehenden Parlamentswahl gute Chancen auf einen Sieg, in Umfragen liegt sie vor der regierenden liberalen Bürgerplattform (PO) von Ministerpräsidentin Ewa Kopacz. Diese wies die Äußerungen ihrer Konkurrentin Szydlo zurück und warnte vor „einem Rückfall in den Populismus“.

Umfragen zufolge sind inzwischen fast 70 Prozent der Polen gegen einen Euro-Beitritt ihres Landes, dessen Wirtschaft seit den frühen 90-er Jahren stetiges Wachstum verzeichnet.

Bei seinem EU-Beitritt 2004 hatte sich Polen verpflichtet, den Euro einzuführen. Einen Termin dafür gibt es allerdings nicht. Bereits in diesem Jahr könnte Polen die Maastricht-Kriterien für wirtschaftliche Stabilität erfüllen, Voraussetzung für den Beitritt zum europäischen Währungsraum.