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09/12/2016

Kanzlei: „Panama Papers“ durch Angriff von Hackern erbeutet

Finanzen und Wirtschaft

Kanzlei: „Panama Papers“ durch Angriff von Hackern erbeutet

Die Kanzlei Mossack Fonseca sitzt in Panama und betreibt tausende Briefkastenfirmen

Foto: Karl-Josef Hildenbrand /dpa

Die durch die Panama Papers ins Visier geratene Anwaltskanzlei Mossack Fonseca ist nach eigenen Angaben Opfer eines Hacker-Angriffs geworden. Die Firma habe eine Strafanzeige gestellt.

Die mehr als elf Millionen Dokumente über ein Geflecht von Briefkastenfirmen für Prominente, die seit Tagen weltweit für Aufsehen sorgen, seien durch einen Angriff von außen erbeutet worden, sagt der Mitgründer Ramon Fonseca. Die Firma habe deswegen eine Strafanzeige gestellt.

Fonseca ergänzte, die Kanzlei, die die Briefkastenfirmen aufsetze, habe nicht gegen Gesetze verstoßen. Alle Aktivitäten seien legal. Mossack Fonseca helfe nicht bei Steuerhinterziehung oder Geldwäsche. Es seien auch keine Dokumente vernichtet worden. Veröffentlichte Emails der Firma seien aus dem Zusammenhang gerissen worden.

Zahlreiche Politiker, Sportler und Manager stehen wegen Verbindungen zu Briefkastenfirmen jetzt unter Druck. Islands Ministerpräsident Sigmundur David Gunnlaugsson trat in diesem Zusammenhang am Dienstag nach Protesten der Bevölkerung in seinem Land zurück. Zuvor hatte Gunnlaugsson die Auflösung des Parlaments beantragt.

Die am Wochenende von einem internationalen Journalistenkonsortium veröffentlichten Daten einer Anwaltskanzlei in Panama belegen nach Angaben der „Süddeutschen Zeitung“, dass Gunnlaugssons Frau eine Briefkastenfirma betrieb, die Anteile an den 2008 zusammengebrochenen Banken des Landes hielt. Gunnlaugsson sei bis 2009 an der Firma beteiligt gewesen.