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06/12/2016

Industrie in Euro-Zone und Deutschland leicht im Aufwind

Finanzen und Wirtschaft

Industrie in Euro-Zone und Deutschland leicht im Aufwind

Die Euro-Zone ist leicht im Aufwind, Frankreich bleibt das europäische Sorgenkind.

Foto: dpa

Die Geschäfte der Industrie in der Euro-Zone und ihrer größten Volkswirtschaft Deutschland haben sich im April leicht belebt.

Der Einkaufsmanager-Index kletterte um 0,1 auf 51,7 Punkte, wie das Markit-Institut am Montag zu seiner Umfrage unter rund 3000 Unternehmen mitteilte. Bereits ab 50 Zählern wird Wachstum signalisiert. „Italien und Spanien sind momentan Spitzenreiter beim Wachstum, und auch in Deutschland ist der Industriesektor nach der jüngsten Delle wieder in Schwung gekommen“, sagte Markit-Chefvolkswirt Chris Williamson. „Frankreich bleibt das Sorgenkind Nummer eins.“

Dort signalisiert das Barometer den stärksten Einbruch seit einem Jahr. Mit den Exportaufträgen ging es sogar so kräftig nach unten wie seit drei Jahren nicht mehr. „Dies ist das einzige Land, wo es mit der Industriebeschäftigung abwärtsging“, sagte Williamson mit Blick auf die nach Deutschland zweitgrößte Volkswirtschaft der Währungsunion.

Der deutsche Einkaufsmanager-Index kletterte um 1,1 auf 51,8 Zähler – vor allem dank steigender Aufträge aus dem In- und Ausland. Insbesondere aus China, Südeuropa und den USA kamen mehr Bestellungen. „Ein weiteres Zeichen, dass die Unternehmen wieder optimistischer in die Zukunft blicken, ist der erstmalige Anstieg des Beschäftigungsniveaus in der Branche seit drei Monaten“, sagte Markit-Experte Oliver Kolodseike.

Das Bruttoinlandsprodukt der Euro-Zone hatte von Januar bis März um 0,6 Prozent zum Vorquartal zugelegt. Das war der kräftigste Zuwachs seit einem Jahr und das zwölfte Quartalswachstum in Folge. „In den kommenden Monaten sollte die konjunkturelle Gangart jedoch wieder gemächlicher ausfallen“, sagte DZ-Bank-Experte Michael Holstein. „Ein Einbruch der Konjunktur ist aber auch nicht zu erwarten, trotz der internationalen Belastungsfaktoren wie der wirtschaftlichen Schwäche wichtiger Schwellenländer und der politischen Unsicherheit in Europa.“

So wachsen die Geschäfte der chinesischen Industrie nur noch schwach. Dort fiel der Einkaufsmanager-Index um 0,1 auf 50,1 Zähler. Das schürt Zweifel an einer nachhaltigen Erholung der weltweit zweitgrößten Volkswirtschaft. In Japan fiel das Barometer nach den schweren Erdebeben auf der Kyushu-Insel um 0,9 auf 48,2 Zähler.

 

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