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09/12/2016

Ifo-Chef kritisiert jüngste Zinssenkung der EZB

Finanzen und Wirtschaft

Ifo-Chef kritisiert jüngste Zinssenkung der EZB

Der Sitz der EZB in Frankfurt am Main.

[Kiefer./Flickr]

Ifo-Chef Clemens Fuest hat die jüngste Zinssenkung der Europäischen Zentralbank (EZB) als ungerechtfertigt kritisiert.

„Bei diesem Schritt überwiegen meines Erachtens die Nachteile“, sagte der Chef des Münchener Wirtschaftsforschungs-Instituts den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. „Auch die Entscheidung, nun Unternehmens-Anleihen am Primärmarkt zu kaufen, ist fragwürdig, eine Einladung, Kredite an marode Unternehmen der EZB anzudrehen. Etwas mehr Zurückhaltung täte gut.“

Dass die Sparer derzeit unter den niedrigen Zinsen leiden, könne allerdings nicht allein der EZB in die Schuhe geschoben werden, sagte Fuest. „Die niedrigen Zinsen reflektieren die wirtschaftliche Situation der Euro-Zone, die schwache Konjunktur und die geringe Inflation.“ Die Geldpolitik müsse daher expansiv sein.

An der ultralockeren Geldpolitik der EZB gab es zuletzt scharfe Kritik insbesondere aus Deutschland. Im März hatte die Zentralbank den Schlüsselsatz für die Geldversorgung des Bankensystems erstmals auf null gesenkt und zudem ihr Anleihen-Kaufprogramm deutlich ausgeweitet.

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