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20/01/2017

Griechenland: Tsipras will Hilfen des IWF ablehnen

Finanzen und Wirtschaft

Griechenland: Tsipras will Hilfen des IWF ablehnen

Alex Tsipras hat ein Gesetzespaket mit Einsparungen im Umfang von 1,8 Milliarden Euro durch das Parlament gebracht.

[matthew_tsimitak/Flickr]

„Nicht nötig“: Griechenlands Regierungschef Alexis Tsipras will auf IWF-Hilfen für Athen verzichten.  Die Position des Internationalen Währungsfonds sei nicht konstruktiv, beklagt der Regierungschef.

Griechenlands Regierungschef Alexis Tsipras will im Rahmen des aktuellen Hilfsprogramms der internationalen Geldgeber auf die Unterstützung des Internationalen Währungsfonds (IWF) verzichten. Er habe „den Eindruck, dass die Finanzierung durch den IWF nicht nötig ist“, sagte Tsipras am Montag im Fernsehsender Et1. Sein Land brauche inzwischen „weniger Geld“ aus dem Hilfspaket. Zudem sei „die Position des IWF nicht konstruktiv“, weil er von Athen zugleich „härtere Reformen“ und Schuldentragfähigkeit verlange.

Im Gegenzug für Sparmaßnahmen und Reformen waren Griechenland im Juli Hilfen im Umfang von insgesamt 86 Milliarden Euro zugesagt worden. Darunter waren 25 Milliarden Euro für die Rekapitalisierung des Bankensektors, von denen aber letztlich nur 5,7 Milliarden Euro nötig wurden.

Der IWF gab im Dezember an, dass er im Januar über seine Beteiligung an den Hilfen entscheiden werde. Bislang schütteten allein die europäischen Partner Mittel aus. Am Dienstag werden Vertreter der internationalen Geldgeber zur Prüfung der griechischen Reformbemühungen in Athen erwartet.