Griechenland: Gläubiger beraten in Berlin über letztes Angebot

Die Gläubiger von Griechenland haben sich im Bundeskanzleramt getroffen. [holger doelle/Flickr]

Weil ein Bankrott von Athen näher rückt, haben sich im Berliner Kanzleramt die Geldgeber Griechenlands über ihr weiteres Vorgehen beraten. Das Ziel: einen letzten Kompromissvorschlag für Griechenland erarbeiten. Dieses „allerletzte Angebot“ soll aber strikt auf der Grundlage des jetzigen Programms beruhen.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), Frankreichs Präsident François Hollande und EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker haben in Berlin mit den Spitzen von Internationalem Währungsfonds (IWF) und Europäischer Zentralbank (EZB) über weitere Hilfen für das pleitebedrohte Griechenland beraten. Merkel, Hollande und Juncker hätten sich am Montagabend im Bundeskanzleramt mit der IWF-Chefin Christine Lagarde und EZB-Präsident Mario Draghi getroffen, bestätigte die Bundesregierung in der Nacht zu Dienstag in einer Erklärung. Dabei sei es um „den aktuellen Stand der laufenden Gespräche zwischen den Institutionen und der griechischen Regierung“ gegangen.

Die Gesprächspartner seien sich einig gewesen, „dass nun mit großer Intensität weitergearbeitet werden“ müsse. „Die Gesprächspartner waren in den letzten Tagen in engstem Kontakt und wollen dies auch in den nächsten Tagen bleiben – sowohl untereinander als natürlich auch mit der griechischen Regierung“, hieß es weiter.

Nach Informationen der „Welt“ wollen die Gläubiger Athens in Berlin einen letzten Kompromissvorschlag für Griechenland erarbeiten. „Das Treffen dient dem Ziel, den Griechen ein allerletztes Angebot zu machen“, hieß es demnach aus Verhandlungskreisen. Es gehe bei dem Treffen darum, eine gemeinsame Position zu definieren, über die mit Griechenland verhandelt werden könne, „aber strikt auf Grundlage des jetzigen Programms“.

Seit Monaten verhandelt Athen mit seinen Gläubigern über die Bedingungen, zu denen der vom Bankrott bedrohte Staat ausstehende Kredite und EZB-Zinsgewinne in Höhe von 7,2 Milliarden Euro ausgezahlt bekommen soll. Am Freitag steht eine Rückzahlung an den Internationalen Währungsfonds (IWF) in Höhe von gut 300 Millionen Euro an.

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